Unternehmen & Märkte

KARSTADT-CHRONOLOGIE | 22.07.2012

Karstadt: Ein Unternehmen baut ab

2009 rutschte Karstadt in die Insolvenz, Investor Nicolas Berggruen rettete den Konzern. Doch nun geht die Angst um: Bis Ende 2014 sollen 2.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Eine Chronologie der Ereignisse.

Karstadt: 2.000 Stellen fallen weg. Foto: Crescenti

Karstadt: 2.000 Stellen fallen weg

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1. September 2009
: Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird das Insolvenzverfahren eröffnet.

1. Dezember 2009:
Zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern sollen nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden. Etwa 1.200 Mitarbeiter sind betroffen.

15. März 2010:
Beim Essener Amtsgericht wird ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu.

23. April 2010: Der Finanzinvestor Triton bietet für Karstadt.

21. Mai 2010: Auch die vom Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuerte Berggruen Holdings will Karstadt übernehmen.

28. Mai 2010:
Unmittelbar vor einer Sitzung des Gläubigerausschusses wird das Angebot des Karstadt-Vermieters Highstreet bekannt.

31. Mai 2010: Das Gericht verschiebt den Termin zur Annahme des Insolvenzplans auf den 10. Juni. Er wird noch mehrmals verschoben.

1. Juni 2010:
Von bundesweit 94 Kommunen haben bis auf drei alle einem Verzicht auf Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher.

3. Juni 2010: Der Handelskonzern Metro bekräftigt sein Interesse an Teilen der insolventen Warenhauskette.

7. Juni 2010:
Berggruen erhält vom Gläubigerausschuss den Zuschlag. Einen Tag später unterschreibt er den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert von Highstreet deutliche Mietsenkungen.

14. Juni 2010: Eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten endet ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

26. August 2010: Berggruen einigt sich mit der Essener Valovis-Bank. Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es.

2. September 2010:
Die Highstreet-Gläubiger stimmen den von Investor Berggruen geforderten Mietsenkungen zu.

30. September 2010: Das Essener Amtsgericht hebt das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

23. November 2010: Der frühere Woolworth-Manager Andrew Jennings wird zum neuen Karstadt-Chef bestellt und startet Anfang Januar 2011.

6. Juli 2011:
Jennings legt das Konzept "Karstadt 2015" vor:
Modernisierung der Warenhäuser, stärkeres Online-Geschäft und Expansion der Sporthäuser sind der Kern.

16. Juli 2012:
Karstadt will bis Ende 2014 rund 2.000 der 25.000 Stellen streichen.

dpa

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