Donnerstag 09.02.2012
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Der Zahn der Zeit nagt an der Karstadt-Filiale in Bielefeld
Warum Mainz und Bielefeld? Wir fragten Thomas Schulz, Sprecher der Insolvenzverwaltung von Karstadt, ob diese beiden Filialen besonders attraktiv seien. „Eher umgekehrt", sagte er gegenüber derhandel.de: „Dort sieht man den größten Investitionsbedarf". Will heißen: die Standorte sind vielversprechend, die Filialen aber in die Jahre gekommen.
Das kann jeder bestätigen, der in Bielefeld oder in Mainz unterwegs war. Beide Städte haben einen funktionierenden Einzelhandel, und in beiden verkauft sich der örtliche Karstadt unter Wert.
Tristesse in Bielefeld
Wer Karstadt-Filialen in der ganzen Bundesrepublik besucht, den beschleicht irgendwann das Gefühl, dass sich die jeweilige Top-Einkaufslage in manchen Städten zu ungunsten von Karstadt verschoben hat. Das ist auch in Bielefeld der Fall: Eine Straße weiter, wo sich die moderne Kaufhof-Filiale befindet, tobt am Tag unseres Besuches das Leben. Karstadt bleibt dagegen eher am Rande und gibt ein trauriges Bild ab.

Überraschung: Karstadt-Fahrradladen in Bielefeld
Auch das Innenleben des Kaufhauses besticht nicht durch Modernität: Die üblichen Wühltische stehen gleich am Eingang, die Warenpräsentation unterscheidet sich nicht groß von anderen Filialen. Eine Besonderheit hat aber Karstadt Bielefeld aber dann doch zu bieten: Um die Ecke gibt es überraschenderweise ein Karstadt-Fahrradgeschäft. Wie das zum Kernsortiment des Warenhauses passt, bleibt unklar.
Charme der Siebzigerjahre in Mainz
In Mainz hat Karstadt kein Problem mit der Lage: Das große Warenhaus steht zentral auf der belebten Ludwigstraße, in Sichtweite des tausendjährigen Doms. Die Schwierigkeiten ergeben sich hier vielmehr aus der Architektur: Vor der Filiale stehen Betonbauten mit viel Glas, die vor Jahrzehnten modern gewesen sein mögen. Heute stören sie bloß und verhindern die freie Sicht auf das Karstadt-Gebäude.

Karstadt in Mainz: In die Jahre gekommen
Das Areal soll nach den Plänen des Projektentwicklers Multi Development zu einem Einkaufszentrum umgebaut werden, mit Karstadt als Ankermieter. Das Vorhaben könnte die Attraktivität von Mainz als Einkaufsstadt deutlich erhöhen - und würde für Karstadt eine spürbare Aufwertung des Standorts bedeuten, die nicht zuletzt auch mit Gelder des Immobilienentwicklers finanziert werden würde.
Mehr Infos zum Thema Karstadt
Klicken Sie hier für eine Reportage über mehr als 50 Karstadt-Filialen bundesweit. Auch in Mainz und Bielefeld war die Redaktion von Der Handel vor Ort.
Eine Bildergalerie mit über 50 Karstadt-Filialen in der Bundesrepublik finden Sie hier.
Marcelo Crescenti
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