Unternehmen & Märkte

KARSTADT-KRISE | 23.07.2012

Verdi von neuen Streichungsplänen bei Karstadt irritiert

Der Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen bei Karstadt sorgt für heftige Diskussionen. Während das Management beruhigen will, ist Verdi mehr denn je alarmiert. Hintergrund sind neue Äußerungen des Personalchefs.

Foto: Hanno Bender

Stellenabbau in Salamitaktik: Karstadt spart sich Manager.

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Der vom Warenhauskonzern Karstadt angekündigte Abbau von 2.000 Stellen soll auch das Management betreffen. Das sagte Personalchef Kai-Uwe Weitz der "Wirtschaftswoche": "Wir wollen effizienter werden. Dazu gehört natürlich auch, dass wir schlankere Strukturen einführen - weniger Hierarchie. Ein Ansatzpunkt ist deshalb die mittlere Managementebene."

Langfristig werde es rund 100 Manager-Stellen weniger geben. Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich unterdessen irritiert, dass Weitz eine Transfergesellschaft und betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließe.

"Wir denken auch an Transfergesellschaften"


Der Manager hatte in dem Interview zwar betont, der Personalabbau solle sozialverträglich erfolgen. Wenn das nicht genüge, "würden wir beispielsweise auch an Transfergesellschaften denken" und hinzugefügt: "Wir werden keine Rasenmäher-Methoden anwenden." Betriebsbedingte Kündigungen wollte der Manager dem Blatt zufolge aber nicht ausschließen.

Verdi zeigte sich verwundert: "Das widerspricht eindeutig der Ankündigung, weil sie ausschließlich auf das Nichtverlängern befristeter Verträge, auf Frühpensionierung und auf freiwilliges Ausscheiden setzt", sagte Verdi-Sprecher Christoph Schmitz am Sonntag der dpa. Verdi wolle alles unternehmen, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen komme.

Der Stellenabbau soll nach Angaben des Unternehmens bis Ende 2014 in zwei Phasen erfolgen. Das Unternehmen hatte am Montag mitgeteilt, dass 2.000 der 25.000 Karstadt-Stellen bis 2014 abgebaut werden sollen.

Verdi von neuen Ankündigungen irritiert


Die Gewerkschaft hatte jüngst vorgerechnet, dass angesichts vieler Teilzeitbeschäftigen bei Karstadt und einschließlich bereits zuvor angekündigter Stellenstreichungen insgesamt 4.000 Mitarbeiter von den Plänen betroffen sein könnten.

Weitz wies den Vorwurf von Verdi zurück, die Pläne seien ein reines Sparprogramm: "Es gibt Prozess- und Strukturverbesserungen, die jedes Handelsunternehmen angehen muss und die Auswirkungen auf den Personaleinsatz haben", sagte er. Das sei ein "kein Hexenwerk und kein Kahlschlag, sondern ein normaler Vorgang".

Karstadt war 2009 in die Insolvenz gerutscht und dann ein Jahr später von dem Investor Nicolas Berggruen übernommen worden. Zur Rettung des Unternehmens hatten die Karstadt-Mitarbeiter zeitlich befristete Kürzungen beim Gehalt in Kauf genommen, die Vermieter der Häuser stimmten Mietsenkungen zu. Der Sanierungstarifvertrag läuft nun Ende August 2012 aus, dann wird Karstadt wieder zum Flächentarifvertrag des Einzelhandels zurückkehren.

dpa

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