Unternehmen & Märkte

KARSTADT-ZUKUNFT | 22.08.2012

Herbstoffensive bei Karstadt: Alles soll schöner werden

Mehr Mode, Facelifting für die Filialen: Der Karstadt-Chef feiert das Erreichte und kündigt weitere Verbesserungen für das Warenhaus an. Da stört freilich der Hinweis auf die baldige Entlassung von bis zu 3.000 Mitarbeitern.

Karstadt, Foto: Crescenti

Karstadt: Es gibt noch viel zu tun

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Unterschiedlicher können zwei Meldungen nicht sein: Der Karstadt-Aufsichtsrat hat über den im vergangenen Monat angekündigten Abbau von 2.000 Stellen beraten. Die Sitzung fand am Mittwoch von 12 bis 14:30 Uhr statt und sei auf Wunsch der Arbeitnehmervertreter einberufen worden, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi in Berlin.

Angesichts vieler Teilzeitbeschäftigter befürchtet Verdi, dass bis zu 3.000 Mitarbeiter von dem angekündigten Abbau von 2.000 Stellen betroffen sein könnten. Die Gewerkschaft kritisierte die Stellenstreichungen als völlig falsches Signal.

Ebenfalls am Mittwoch verschickte Karstadt ein vierseitiges Papier, in dem Geschäftsführer Andrew Jennings von den erzielten Erfolgen des Hauses berichtet. "Wir haben 30 Prozent unseres strategischen Plans 'Karstadt 2015' erreicht", teilt Jennings mit. Karstadt habe Fortschritte erzielt, Talente gewonnen und damit begonnen, "unser Sortiment und unsere Filialen zu verjüngen", versichert der Brite. "Aber es gibt noch viel zu tun."

Eines haben beide Nachrichten gemein: In acht Tagen läuft der Sanierungstarifvertrag bei Karstadt und damit der Beschäftigungsschutz der Mitarbeiter aus. Und für Karstadt fallen ab dann jährlich zusätzlich 50 Millionen Euro Personalkosten an. Somit kommt Dynamik in die Neuausrichtung des Warenhauskonzerns.

50 neue Modemarken


Zu den von Jennings gepriesenen "neuen Talenten" im Unternehmen gehören Jane Munro-Hall (früher Peek & Cloppenburg) als Leiterin der Abteilung Ladies Fashion. Simone Heift ist neue Direktorin Fashion, Debra Klein verantwortet Ladies Accessoires, Wäsche und Strümpfe. André Mannebach leitet das Merchandise Plannig und Sven Möller den Bereich Freizeit und Multimedia.

Für den Herbst kündigt Jennings eine Offensive an - mit 50 neuen und exklusiven Modemarken sowie der Modernisierung weiterer Häuser. Der Verkauf der Marken beginne schrittweise im September.

Zu den neuen Labels gehören demnach unter anderem French Connection, Kurt Geiger, Tiger of Sweden und Lauren by Ralph Lauren. Die neue Modekompetenz von Karstadt soll das Model Lena Gercke ("Germany's next Topmodel") unterstreichen, die für das Warenhaus neuerdings wirbt.

Ein Festival der Schönheit


Zudem sollen die bereits 2011 ins Sortiment aufgenommenen Beauty-Marken MAC, Benefit oder Bobbi Brown in mehr Filialen vertreten sein. Auch Angebote für Schönheitsbehandlungen würden ausgweitet. Für September sei ein "Beauty-Festival" geplant, das künftig zweimal jährlich stattfinden soll.

Schöner sollen auch die Filialen werden. Bisher sind 24 Häuser modernisiert worden, teilt Karstadt mit. Hier gibt es aber immer lauter werdende Klagen, vor allem von Verdi, dass die Höhe der Investitionen (400 Millionen Euro bis 2015) nicht ausreichen. So fielen etwa für das in die Jahre gekommenes Haus in Gummersbach zuletzt gerade einmal 100.000 Euro für Verschönerungsarbeiten ab.

Facelifting in Bottrop


Besser aussehen sollen künftig noch mehr Häuser. Die Filiale in Karlsruhe werde am 13. September neu eröffnet, das KaDeWe in Berlin am 25. September. Es folgen Nürnberg (4. Oktober) und Düsseldorf (25. Oktober).

Zudem würden die Standorte Münster, Hamburg-Mönckebergstraße, Berlin-Steglitz (Schloßstraße), München (Bahnhofplatz) sowie am Berliner Kurfürstendamm im Zuge der Einführung "zusätzliche Aufwertung" erfahren. Gleiches gelte für die Premiumhäuser Alsterhaus (Hamburg) und Oberpollinger (München).

Zusätzlich will Karstadt noch in diesem Monat am Standort Bottrop das Programm "Facelift" starten, das bis Ende September auf die Filialen Celle, Trier, Augsburg sowie Berlin-Müllerstraße ausgedehnt werden soll. Am 14. September soll in Köln die zweite Filiale des neuen Formates "K Town" eröffnet werden. Die erste wurde vor gut einem Jahr in Göttingen bezogen. Ebenfalls in Köln zieht Karstadt mit dem dortigen Sporthaus in die hochfrequente Schildergasse um. Ein neues Sporthaus soll am 25. Oktober in Kiel eröffnet werden.

Keine Wunderwaffen


Für Jennings zeigen das Erreichte der zurückliegenden zwölf Monate sowie die bevorstehende Herbstoffensive, "dass wir auf dem richtigen Weg sind". Karstadt befinde sich in einem "bedeutendem Transformationsprozess", in dem das Unternehmen weder auf "Wunderwaffen" noch kurzfristige Erfolge setze.

Zu den zuletzt immer häufiger aufkommenden Berichten über verfehlte wirtschaftliche  Ziele bei Karstadt verlor Jennings indes kein Wort.

ges/dpa

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