Unternehmen & Märkte

KARSTADT-ZUKUNFT | 05.07.2012

Wie gut geht es Karstadt wirklich?

Karstadt-Chef Andrew Jennings jubelt zwar über gute Umsätze, doch es gibt Zweifel an der Wirtschaftskraft des Warenhausbetreibers. Und: Die Luft wird für Mitarbeiter dünner.

Karstadt-Filiale: Lieferanten unter Druck.

Karstadt-Filiale: Lieferanten unter Druck

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Am 19. Juni hat Andrew Jennings eine Mitteilung an die Karstadt-Mitarbeiter verschickt. Das Schreiben des Chefs des Warenhauskonzerns sollte eine einzige Botschaft aussenden: Alles wird gut. Jennings teilte nach Informationen von derhandel.de mit, dass die Umsätze für den Monat Mai "über Plan" gelegen hätten.

Umsätze hin oder her - im Unternehmen gibt es Skeptiker, und die blicken mit Sorge auf das Ergebnis von Karstadt. Schließlich will der Konzern bis zum Jahr 2015 insgesamt 400 Millionen Euro in die Häuser investieren - und diese Summe soll einzig aus dem operativen Gewinn generiert werden. "Ich habe immer mehr Zweifel, dass das gelingt", warnt ein Karstadt-Kenner.

"Katastrophaler" April?


Diese Sorgen sind berechtigt. Das Fachmagazin "Textilwirtschaft" schreibt auf seiner Internetseite von eher mauen Umsatzzahlen und beruft sich auf Unternehmenskreise.

So sollen die Umsätze der 86 Warenhäuser im März 1 Prozent unter dem Vorjahr gelegen haben, die 27 Sporhäuser gar um 5 Prozent. Der Monat April sei gar "katastrophal" gewesen. Für den Juni werde im Vergleich zum Vorjahresmonat ebenfalls ein Umsatzminus erwartet.

Stattdessen fordert Karstadt nun laut "Textilwirtschaft" bei den Lieferanten rückwirkend für ein Jahr 2,8 Prozent des Umsatzes für Logistikaufwendungen.
 
Harald Frasczak, Finanzchef des Unternehmens, sagte dem Fachblatt, dass Karstadt kontinuierlich an optimierten Konditionen arbeite und mit Lieferanten verhandeln würde. "Dazu zählt selbstverständlich auch die Beteiligung von Lieferanten an Logistikaufwendungen. Das ist eine normale Geschäftspraxis."

Befristete Verträge werden nicht verlängert


Bemerkenswert ist allerdings freilich auch, dass für die Beschäftigten einiges in Bewegung kommt. Und das gut zwei Monate vor Auslaufen des Sanierungstarifvertrages, mit dem die Mitarbeiter sich für drei Jahre Arbeitsplatzssicherheit mit Gehaltseinbußen erkauft hatten.

So gibt es nach Informationen von derhandel.de die interne Anweisung, dass befristete Arbeitsverträge nicht mehr verlängert werden dürfen. Auszubildende wiederum erhalten nach ihrer Lehrzeit zwar eine unbefristete Weiterbeschäftigung - allerdings mit um 20 Prozent reduzierten Arbeitszeiten.

Steffen Gerth

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