Samstag 25.05.2013
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Von Armut bedroht sind Einkommen unter 952 Euro monatlich
13 500 Haushalte befragt wurden.
Rund 16 Millionen Menschen - und damit etwa jeder fünfte Einwohner (19,9 Prozent) - können nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Im Vergleich zum Vorjahr (2010) sei dies ein Anstieg um 0,2 Prozentpunkte, berichtete das Bundesamt am Dienstag. Frauen waren mit einer Quote von 21,3 Prozent häufiger von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen als Männer (18,5 Prozent).
Ausgegrenzt sei, wer seine Mieten oder Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlen, die Wohnung nicht ausreichend heizen, sich nicht mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten oder nicht in Urlaub fahren kann.
Einkommen geringer als 925 Euro monatlich
Der Sozialindikator wurde aus der Armutsgefährdungsquote nach Einkommen, Erwerbstätigkeit und nach der eigenen Einschätzung der Befragten errechnet. Darin enthalten sind von Armut Bedrohte, deren Einkommen unter 952 Euro monatlich liegt - das sind 15,8 Prozent der Menschen in Deutschland.
Außerdem wurden jene Bürger einbezogen, die in Haushalten mit sehr geringer Erwerbstätigkeit leben: In 11,1 Prozent der Haushalte wird nur wenige Monate im Jahr Arbeitslohn bezogen. Armut lasse sich nicht allein an einer Einkommensschwelle festmachen, sagte Destatis-Expertin Silvia Deckl.
Finanziell gut bis sehr gut kommen einer anderen Studie zufolge rund vier Fünftel der Deutschen zurecht. Der Anteil dieser "finanziell Zufriedenen" sei seit der vergangenen Untersuchung vor zwei Jahren sogar gestiegen, teilte der Nürnberger GfK-Verein am Dienstag unter Berufung auf eine repräsentative Studie mit. Laut GfK haben 72 Prozent der Beschäftigten trotz Euro-Krise und schwächelnder Konjunktur keine Angst um ihren Arbeitsplatz.
Deutsche konsumfreudig trotz Krise
Ein am Dienstag veröffentlichtes "Vermögensbarometer" des Sparkassenverbandes weist die meisten Deutsche als optimistisch und konsumfreudig aus - trotz Euro-Krise. Demnach beurteilten 57 Prozent der Befragten ihre persönliche finanzielle Situation mit "gut" bis "sehr gut" - ein in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegener Wert.
Nur 9 Prozent gaben an, es gehe ihnen finanziell "eher schlecht". Für die repräsentative Studie wurden im Juli und August 2000 Menschen in Deutschland telefonisch zu ihrem Umgang mit Geld befragt.
"Politische Fehlentwicklung"
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind aus Sicht des Sozialverbands VdK ein Alarmsignal: "Sie sind ja nicht das Ergebnis eines dramatischen Wirtschaftseinbruches, sondern die Folge politischer Fehlentwicklungen", sagte die Verbandsvorsitzende Ulrike Mascher der Zeitung "Augsburger Allgemeinen" und verwies auf die steigende Zahl von Billiglöhnern und Minijobbern.
Das ist auch für SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles das Grundproblem: "Viele Menschen haben nicht die Chance, mit gut bezahlter Arbeit den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu verdienen." Wer Armut bekämpfen wolle, müsse für Mindestlöhne und anständige Bezahlung sorgen, sagte Nahles laut Mitteilung.
dpa
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