Unternehmen & Märkte

KONJUNKTUR | 03.02.2010

Verdi: Umsatzflaute im Handel hausgemacht

Der Einzelhandel ist für seine Umsatzeinbußen selbst verantwortlich, findet Verdi-Vizechefin Mönig-Raane. Mit Billigpreisen setzten die Discounter die Branche unter Druck.

Verdi-Vizechefin Mönig-Raane knöpft sich die Discounter vor. Foto: Verdi

Verdi-Vizechefin Mönig-Raane knöpft sich die Discounter vor.

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"Der Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel wird seit Jahren im Wesentlichen über Billigpreise geführt", sagte Margret Mönig-Raane. Das bedeute nach diversen Preissenkungen des vergangenen Jahres einen weiteren Schritt hin zu Dumpingpreisen. Die Discounter würden damit die gesamte Branche unter Preisdruck setzen.  

Leidtragende dieses ruinösen Wettbewerbs seien nicht nur die Beschäftigten im Einzelhandel, sondern auch die Mitarbeiter in den produzierenden Branchen, betonte die Verdi-Funktionärin.

Aber auch die Verbraucher zahlten am Ende die Zeche, da die Einzelhändler ihre Qualitätsstandards irgendwann nicht mehr halten könnten.

Kartellwächter sollen sich einschalten


Es sei unverständlich, sagte die Gewerkschafterin, "dass das Bundeskartellamt diese Entwicklung nicht scharf beobachtet und ahndet", sondern wohl glaube, es gebe nicht genug Preiswettbewerb.

Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist 2009 so stark gesunken wie seit sieben Jahren nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen die Erlöse der rund 400.000 Einzelhändler im Vergleich zum Vorjahr um Inflationseffekte bereinigt um 1,8 Prozent zurück.

Für dieses Jahr erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE) ein Umsatzminus von 0,5 Prozent. Auch Metro-Chef Cordes hat vor einem "mörderischen Preiswettbewerb" gewarnt.

DH

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