Unternehmen & Märkte

LEBENSMITTELHANDEL | 03.11.2010

Rewe stößt Großhandelsaktivitäten ab

Die Rewe Gruppe überträgt ihre Beteiligung an der tranGourmet Holding vollständig an die Schweizer Coop. Künftig wollen sich die Kölner ganz auf Einzelhandel und Touristik konzentieren.

Foto: Rewe

Neue Marschrichtung der Rewe: Konzentration auf Einzelhandel und Touristik.

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Der Lebensmittelhändler Rewe steigt aus dem milliardenschweren Geschäft mit Zustelldiensten für Restaurants und Abholmärkten für Gewerbetreibende aus. Die Schweizer Coop übernimmt von der Rewe den 50-prozentigen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen transGourmet Holding, teilten beide Seiten am Mittwoch mit.

"Wir konzentrieren uns konsequent auf die erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Kerngeschäfte Einzelhandel und Touristik in Deutschland und unseren europäischen Auslandsmärkten, insbesondere in Österreich und Osteuropa", erklärte Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der Rewe Group.

B2B-Umsatz an der 6 Milliarden-Grenze


TransGourmet erwirtschaftete 2009 mit mehr als 21.000 Mitarbeitern in sechs Ländern einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro. In Deutschland hat dieser Bereich 7.600 Beschäftigte. Zum Kaufpreis äußerten sich beide Seiten in Unternehmensmitteilungen nicht.

"Wir haben gezielt auf die Reduktion unternehmerischer Komplexität hingearbeitet", sagte Josef Sanktjohanser, im Rewe-Vorstand unter anderem zuständig für das Cash&Carry- sowie Foodservice-Geschäft. "Noch vor fünf Jahren waren die B2B-Aktivitäten der Rewe Group verteilt auf drei Unternehmen: ein Joint-Venture mit der Otto Group im Bereich Cash&Carry, ein Joint Venture mit der Coop für das Großverbraucher-Geschäft in Frankreich und der Schweiz sowie den Rewe Großverbraucher-Service in Deutschland."

Nach dem Zwischenschritt der Bündelung aller B2B-Aktivitäten im Joint Venture transGourmet Holding vor zwei Jahren, gehe dieses Geschäftsfeld nun ganz zum Schweizer Partner über, der damit seinerseits seine strategische Ausrichtung gezielt stärkt, so Sanktjohanser.

Konzentration auf Einzelhandel und Touristik


Der Verkaufserlös der Rewe dürfte nach Einschätzung von Branchenkennern im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen und dem Schuldenabbau dienen. Große Zukäufe werden vom zweitgrößten deutschen Handelskonzern derzeit nicht erwartet. Rewe konzentriert sich mit dem Verkauf seiner Beteiligung auf den Einzelhandel und die Touristik. Die Transaktion soll Anfang 2011 über die Bühne gehen. Dafür ist grünes Licht der Kartellbehörden erforderlich.

Der Rewe Großverbraucherservice ist nach eigenen Angaben der führende Zustellspezialist für Gastronomie, Hotellerie, Kantinenbetreiber und soziale Einrichtungen mit über 35.000 Kunden. Zu transGourmet gehören unter anderem im Belieferungsgroßhandel die Rewe-Foodservice (Deutschland) und im Abholgroßhandel die Fegro/Selgros (Deutschland, Polen, Rumänien und Russland).

dpa, DH

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