Donnerstag 02.09.2010

Unternehmen & Märkte

VALENTINSTAG | 14.02.2010

Liebesgrüße machen auch den Handel glücklich

Der Valentinstag freut nicht nur Liebende, sondern auch den Einzelhandel. Für die Floristen ist er einer der umsatzstärksten Tage im Jahr. Die Online-Versender nehmen aber den stationären Blumenändlern immer mehr Marktanteile ab.

Schokolade und Rosen gehören zu den klassischen Valentinstag-Geschenken. Foto: chocri.de

Schokolade und Rosen gehören zu den klassischen Valentinstag-Geschenken.

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Der Valentinstag erfreut sich in Deutschland wachsender Beliebtheit und sorgt im Einzelhandel für einen zusätzlichen Umsatzschub. "Wir haben uns auf den Valentins-Boom eingestellt und bieten die passenden romantischen Präsente an", sagt Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels (LBE).

Die Geschenkelust freue nicht nur die Floristen in Bayern. Auch Süßwaren- und Lebensmittelgeschäften, dem Schmuckhandel, Parfümerien, Buch- und Musikläden bringe der Valentinstag zusätzliche Umsätze.

Klare Rollenverteilung bei den Geschlechtern


Beliebt bei den Kunden wären auch Pralinen und Schokoherzen, Schmuck wie zum Beispiel Ketten mit Herzanhängern, CDs mit romantischer Musik oder auch Dessous. Ohlmann: "Die Rollen sind noch klar verteilt: Die Männer schenken, und die Frauen werden beschenkt." Doch allmählich scheine sich eine Trendwende abzuzeichnen. Denn kurz vor dem Valentinstag würden vermehrt Herrendüfte und -unterwäsche verkauft.

Unangefochtener Spitzenreiter bei den beliebtesten Valentinsgeschenken sind Blumen. Ohlmann: "Am Valentinstag verkaufen die Floristen doppelt so viel wie sonst." Damit sei der Tag der Verliebten neben dem Muttertag der umsatzstärkste Tag im Jahr.

Online-Versender greifen Fleurop an


Jahrelang wurde das Geschäft mit den Blumengrüßen von Fleurop nahezu völlig beherrscht. Mittlerweile tummeln sich auch zahlreiche Online-Versender auf dem Markt und graben dem einstigen Berliner Monopolisten massiv das Wasser ab. Blumensträuße kann man sogar übers Internet bei Aldi ordern.

"Wir haben in den vergangenen Jahren Marktanteile gewinnen können, nicht nur weil wir schöne günstige Sträuße anbieten, sondern übers Internet auch sehr schnell reagieren können", betont Erik Siekmann von Blume 2000 in Norderstedt.

Anders als bei Fleurop, die sich als Vermittler von Blumenaufträgen verstehen und deutschlandweit mit rund 8.000 Floristen zusammenarbeiten, bindet Blume 2000 die Sträuße selbst und verschickt sie von seinen beiden Produktionsstätten in Berlin und Thüringen im Pappkarton per Paketpost.

Online-Bestellungen nehmen zu


Auch der Versandhandelsverband schätzt den Blumendirektversand als wachsendes Segment ein. Wie bei den Internetbestellungen mit anderen Warengruppen gehe der Trend hier ebenfalls nach oben. "Es ist halt eine schöne, bequeme Art Blumen einzukaufen", betont Branchensprecher Oliver Claas.

Auch Fleurop selbst ist auf den Online-Zug längst aufgesprungen: Zwar werden noch knapp 60 Prozent aller Fleurop-Grüße traditionell im Blumenladen in Auftrag gegeben, aber mit weiter leicht rückläufiger Tendenz. "Alternative Bestellmöglichkeiten über den Onlineshop werden immer stärker genutzt", sagt Sprecherin Winnie Maria Lechtape.

Jägermeistersträuße mit Hirschgeweih


Doch längst werden Liebesgrüße nicht nur allein mit Blumen verschickt. Bei der Burda-Tochter Valentins, die sich nach Fleurop und Blumen 2000 als Nummer drei auf dem Markt sieht, sind personalisierte Geschenke sehr gefragt. "Für Männer gibt es bei uns auch Jägermeistersträuße mit Hirschgeweih und Schnapsfläschchen", berichtet Geschäftsführer Rüdiger Barth.

Speziell zum Valentinstag seien Heliumballons in Herzform der Renner. Bei Fleurop können zusätzlich Sektflaschen oder Bücherboxen mit den "berühmtesten Liebeschichten" geordert werden.

Rosenpreise ziehen an


Kurz vor dem Valentinstag schießen jedoch die Preise auf den deutschen Großmärkten nach oben. Rote Rosen seien derzeit mehr als doppelt so teuer wie normalerweise, sagt Blumenhändlerin Ilona Ludwig aus Waiblingen.

Zudem mache sich die Wirtschaftskrise bemerkbar. "Die Kunden überlegen sich schon, ob sie mit einem riesigen Strauß zu ihrer Frau kommen sollen oder ob es nicht auch ein einzelnes Röslein tut."

Wegen der hohen Preise für Rosen rät die Stuttgarter Floristin Karin Engel, auf Ranunkeln und Tulpen umzusteigen. "Wir versuchen mit allen Mitteln, unsere Kunden auf einen anderen Weg zu bringen - aber ohne Erfolg. Zum Valentinstag müssen es einfach rote Rosen sein."

Valentinstag geht auf eine Sage zurück


Am Valentinstag Blumen zu verschenken, ist aber wohl nicht auf einen geschickten Marketing-Gag der Floristen zurückführen. Dem Versandhandelsverband zufolge geht die Tradition auf eine Sage über den Bischof Valentin von Terni zurück. Im dritten Jahrhundert nach Christus soll dieser heimlich verliebte Pärchen getraut haben. Im Anschluss beschenkte er sie mit einem Blumenstrauß.

Vom römischen Kaiser Claudius II. am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet, wurde der Bischof später zum Schutzpatron der Liebenden. Dass der Valentinstag in diesem Jahr ausgerechnet an einem Sonntag mitten im Karneval fällt, sehen die Blumenversender allerdings gar nicht gern. "Da werden viele florale Grüße wohl auch direkt im Laden gekauft", heißt es in der Branche.

dpa / DH

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