Unternehmen & Märkte

MEINUNGSUMFRAGE | 17.07.2009

Kein Staatsgeld für Karstadt & Co.

Die Deutschen lehnen Staatshilfen für die angeschlagenen Warenhausunternehmen mehrheilich ab, ermittelte das Institut für Demoskopie Allensbach. Jeder Vierte geht seltener ins Kaufhaus.

Foto: Der Handel

Keine Steuergelder für die Sanierung maroder Warenhausketten, sagen die Deutschen.

+

Seit Monaten wird in Deutschland über finanzielle Staatshilfe für große Kaufhausketten wie Karstadt oder Hertie diskutiert, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Kürzlich erst hat die Bundesregierung einen Kredit über 50 Millionen Euro für das insolvente Versandhaus Quelle beschlossen.

Die Bevölkerung ist jedoch in ihrer Mehrheit keineswegs der Ansicht, dass der Staat Kaufhausketten oder Versandhäuser, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, finanziell unterstützen sollte. Das geht aus einer an diesem Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Aleensbach hervor.

Knapp 70 Prozent lehnen Staatshilfen ab


Nur 19 Prozent sind dafür, 67 Prozent haben dagegen eher den Eindruck, dass solche Staatshilfe keinen Sinn hat. In Ostdeutschland (71 Prozent) ist dieser Zweifel noch ausgeprägter als in Westdeutschland (66 Prozent). Zu  ähnlich deutlichen Ergebnissen kam auch eine nichtrepräsentativen Online-Umfrage von derhandel.de.

Grafik: Allensbacher Institut

Die große Mehrheit ist gegen Staatshilfen.

+

In Deutschland gibt es zwar nur wenige Menschen , die "nie" (11 Prozent) zum Einkaufen in ein größeres Kauf- oder Warenhaus gehen, die Meisten tun das aber heutzutage nur noch selten.

Jeder vierte kauft seltener im Kaufhaus ein als früher


Zehn Prozent sagen, dass sie häufig in Kaufhäusern einkaufen. 79 Prozent tun es nur gelegentlich oder selten. Etwa jeder Vierte aus der Bevölkerung (24 Prozent) stellt fest, dass er heutzutage seltener dort einkauft als früher. Dass man häufiger dorthin zum Einkaufen gehe, sagen nur 4 Prozent.

Marktbeobachter sprechen von einer gewandelten Einkaufsstimmung der Konsumenten: Für sie seien die modernen Shopping-Malls mit vielen verschiedenen Fachläden, Boutiquen und Bistros interessanter geworden als die großen Kaufhäuser.

Darauf scheinen auch die Ergebnisse der Allensbacher Umfrage hinzuweisen. Neben den 11 Prozent, die nie in einem großen Kaufhaus einkaufen gehen, betonen 40 Prozent der Befragten, dass sie eigentlich lieber woanders einkaufen. 25 Prozent kaufen dagegen gern in Kaufhäusern.

Grafik: Allensbacher Institut

Jeder Vierte kauft seltener bei Kaufhof, Karstadt, Hertie & Co.

+

Männer (17 Prozent) fühlen sich beim Einkaufen in einem großen Kaufhaus noch seltener wohl als Frauen, die immerhin noch zu 31 Prozent gern in einem Warenhaus einkaufen. Das hat auch damit zu tun, dass Männer generell weniger gern einkaufen gehen, so die Forscher.

Allensbach befragte 1.832 Menschen ab 16 Jahren in der Zeit vom 29. Mai bis zum 11. Juni 2009.

Für eine Bildergalerie mit über 50 Karstadt-Filialen in der ganzen Bundesrepublik klicken Sie hier.

DH

Anzeige

 


Diesen Artikel verlinken:

Impressum | Datenschutz | Kontakt

Copyright: Deutscher Fachverlag GmbH; Anregungen & Kommentare an info@derhandel.de
Credits: Konzept & Layout SamArt Gbr
Credits: Konzept, Projektmanagement, Programmierung und technische Realisation dfv Internet-Service

Anzeige

 

Anzeige

 

Printausgabe

Der Handel Ausgabe 5/2012

Die neue Ausgabe vom Wirtschaftsmagazin Der Handel ist erschienen!

zum Inhalt »
Infos zum Abo »

 

Frage des Tages

Entlassungswelle bei Neckermann: Ist der Versender am Ende?

Ja, die neue Strategie ohne eigene Logistik hat keine Chance
Mal sehen, Neckermann erfindet sich erst einmal neu
Nein, die neue Strategie mit mehr Vertriebspartnern ist erfolgsversprechend
Zur Ergebnissseite »