Finanzen & Karriere

METRO AG | 30.10.2012

Konsumschwäche und Preiskämpfe belasten Metro

Schuldenkrise und hohe Arbeitslosigkeit, Preiskampf bei Unterhaltungselektronik: All das bekommt der Handelsriese Metro zu spüren. Was mit der SB-Warenhaustochter Real wird, bleibt weiter ungewiss.

Foto: Metro Group

Der Preiskampf in der Unterhaltungselektronik belastet Media Markt und Saturn

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Der Preiskampf bei Unterhaltungselektronik und die sinkende Kauflaune in Europa machen dem Handelsriesen Metro schwer zu schaffen. Der MDax-Konzern kehrte zwar nach umfangreichen Preissenkungen im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2012 in die Gewinnzone zurück. Das reichte aber noch nicht aus, um die Verluste der ersten beiden Quartale auszugleichen.

Erstmals stehen damit bei der Metro AG für die neun Monate von Januar bis September unter dem Strich rote Zahlen. Die Elektronikketten MediaMarkt und Saturn, die einst ein Wachstumsmotor des Konzerns bei Umsatz und Gewinn waren, leiden derzeit unter Ertragsschwäche.

Umsatzplus im Gesamtjahr erwartet


Metro-Chef Olaf Koch sieht den Handelskonzern dennoch auf dem richtigen Weg. Die verbesserten Sortimente, neue Serviceangebote sowie die Preissenkungen würden greifen.

"Dank unserer zahlreichen Maßnahmen zur Steigerung des Kundenmehrwerts hat sich unser Geschäft überwiegend stabil gezeigt. Allerdings können diese Maßnahmen im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld nicht ihre volle Wirkung entfalten, was sich an unserem Quartalsergebnis zeigt", sagte Koch.

Für das Gesamtjahr wird ein Umsatzplus erwartet. Der Vorstandschef hält nach der Gewinnwarnung vor wenigen Wochen an der damals reduzierten Prognose fest, wonach das um Sonderfaktoren bereinigte operative Ergebnis rund zwei Milliarden Euro im Gesamtjahr erreichen soll.

Minus auch für Großhandel, Media-Saturn und Real


Im dritten Quartal 2012 brach der Überschuss um fast 60 Prozent auf 89 Millionen Euro ein. Fast die Hälfte des Ergebnisrückgangs geht auf niedrigere Erträge aus Immobilienverkäufen zurück. Im Vorjahr hatte Metro ein Immobilienpaket in Italien versilbert. Nicht nur in der Immobiliensparte, auch im Großhandel, bei Media-Saturn und Real fiel das operative Ergebnis schlechter aus.

Nur die Warenhauskette Kaufhof, die nicht als Kerngeschäft angesehen wird, schnitt mit einem geringeren operativen Verlust besser ab. Media-Saturn erzielten zwar einen operativen Gewinn von 76 Millionen Euro. Das waren aber gut 40 Prozent weniger. Die ersten neun Monate zusammengenommen verdiente Media-Saturn kein Geld (operativer Verlust von 3 Millionen Euro).

Umsatz stieg im 3. Quartal


Der Quartalsumsatz stieg um 0,6 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro. Bereinigt um die Abgabe der Großhandelsmärkte in Großbritannien betrage das Umsatzplus 2 Prozent.

Koch stellte die wachsenden Internetaktivitäten heraus. Der Onlineumsatz von Media-Saturn habe sich in in den ersten neun Monaten 2012 nahezu verdreifacht auf 480 Millionen Euro, unterstrich er. In diesen Zahlen ist allerdings der 2011 übernommene Internethändler Redcoon enthalten.

Die Investitionen des Konzerns inklusive Zukäufe nahmen 2012 bis Ende September um 30 Prozent auf 954 Millionen Euro ab. Nachdem das Filialnetz stetig wuchs, stagniert es in diesem Jahr bislang bei knapp 2200 Märkten.

Keine Entscheidung über Real


Der Handelskonzern Metro hat weiterhin noch keine Entscheidung über die Zukunft seiner SB-Warenhaustochter Real gefällt. "Das Auslandsgeschäft von Real steht nicht offiziell zum Verkauf. Wir prüfen weiterhin alle Optionen", sagte Vorstandschef Olaf Koch.

Schon seit längerem wird spekuliert, dass sich die Metro AG von ihren Real-Märkten in Osteuropa und der Türkei trennen könnte. Koch betonte, dass er den Verlauf des wichtigen vierten Quartals abwarten wolle, in das das Weihnachtsgeschäft fällt.

dpa

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