Donnerstag 09.02.2012

Unternehmen & Märkte

MÖBELHANDEL | 13.10.2009

Mit Ikea gegen den "Gelsenkirchener Barock"

Vergangene Woche erst wurde das legendäre Regal Billy dreißig Jahre alt. Jetzt feiert Ikea noch einen Geburtstag: Die Schweden sind seit 35 Jahren in Deutschland.

Ikea 35 Jahre in Deutschland Foto: Ikea

Eching: Erstes Ikea-Haus in Deutschland

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Am 17. Oktober 1974 wurde das erste deutsche "unmögliche Möbelhaus aus Schweden" (Eigenwerbung) in Eching bei München geöffnet. Der Titel des ersten Katalogs der Schweden lautete damals "Mehr Geschmack als Geld" – und läutete nach Meinung des Händlers einen Einrichtungswandel in den deutschen Wohnstuben ein.

Während der Deutsche Mitte der siebziger Jahre dunkle Eichenschrankwände und voluminöse Polstergarnituren (volkstümlich "Gelsenkirchener Barock" genannt) bevorzugte, brachte Ikea frischen Wind mit neuen Möbeln in die Wohnzimmer: Hell, unkompliziert, leicht - der skandinavische Stil zog in Deutschland ein.

Hinzu kam, dass der Kunde die Möbel selbst zusammenbauen musste: Was die deutschen Möbelhändler damals noch belächelten, ließ sie bald fürchten. Denn statt einer fixen Idee war der Selbstzusammenbau ein Erfolgskonzept – und ist es bis heute.

Vier weitere Häuser geplant


Mittlerweile ist Deutschland der größte Markt der Schweden - 45 Häuser betreibt das Unternehmen zwischen Kiel und München. Während Ikea 1974 in Eching mit 215 Mitarbeitern begann, sind es heute rund 14.000 Menschen, die bei den Schweden in ganz Deutschland arbeiten.

Zwar befinden sich derzeit keine weiteren Häuser im Bau, aber in Planung: Berlin-Lichtenberg, Hamburg-Altona, Lübeck und Göttingen stehen als neue Standorte auf der Wunschliste.

Umsatzplus drei Prozent


Und auch über die Bilanzzahlen kann sich die Ikea Deutschland GmbH & Co. KG nicht beklagen: Zwar hat der schwedische Konzernchef Mikael Ohlsson vor kurzem verlauten lasen, dass die Krise auch bei den weltweit aufgestellten Schweden ankommen könnte.

Doch das Geschäftsjahr 2008, das am 31. August endete, konnte in Deutschland mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro abgeschlossen werden. Im Vergleich zum Vorjahr freute sich das schwedische Einrichtungsunternehmen damit hier zu Lande über ein Umsatzplus von drei Prozent.

Sybille Wilhelm

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