Unternehmen & Märkte

NECKERMANN-INSOLVENZ | 21.09.2012

Neckermann bereitet sich auf das Ende vor

Es gäbe noch Interessenten an Neckermann, versichert der Insolvenzverwalter. Doch die Arbeitsagentur stellt die Mitarbeiter bereits auf den Jobverlust ein. Das heißt: Bei dem Versender gehen die Lichter aus.

Neckermann-Werbung, Foto: obs/Neckermann

Neckermann-Werbung auf dem Smartphone: Zeit läuft ab

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Beim insolventen Versandhändler Neckermann werden die Beschäftigten auf die drohende Arbeitslosigkeit vorbereitet. "Unsere Berater sind im Betrieb und geben den Leuten Informationen", berichtete eine Sprecherin der hessischen Arbeitsagentur am Freitag in Frankfurt.

Wegen der noch laufenden Investorensuche sei aber noch niemand gekündigt worden, Meldungen zur Arbeitssuche würden daher vorläufig nicht angenommen.

Die Frist für das Frankfurter Traditionsunternehmen läuft am 30. September ab. Dann endet die dreimonatige Auszahlung des Insolvenzgeldes an die rund 2.000 Beschäftigten über die Arbeitsagentur.

Was will K-Mail?


Da der Eigentümer, der US-Investor Sun Capital, zu keinen weiteren Investitionen bereit ist, würde das Geld für weitere Gehaltszahlungen fehlen und der Betrieb müsste umgehend geschlossen werden. Sollte in der kommenden Woche kein Investor gefunden werden, würden spätestens am 30. September bei Neckermann die Lichter ausgehen.

Laut Insolvenzverwaltung gibt es aber durchaus noch Interessenten. Dazu liefen komplexe Verhandlungen, hieß es. Einen Vertragsabschluss gab es aber zunächst nicht zu vermelden. Die Pforzheimer Gesellschaft "K-Mail", hinter der die Versandhäuser Klingel und Wenz stehen, soll an Unternehmensteilen interessiert sein.

Vor allem der Übergrößenversender "Happy Size" war in der Vergangenheit als Filetstück genannt worden.

Alternativen für die Azubis


In der Sorge um die sozialen Folgen von Massenentlassungen häufig nur angelernter Beschäftigter haben Betriebsrat, Gewerkschaften sowie Arbeitsagentur und Stadt Aktionen gestartet.

Dem Vernehmen nach wurden bereits für die 50 Auszubildenden Ausweichmöglichkeiten gefunden, so dass sie auch im Fall einer Schließung ihre Ausbildung fortsetzen könnten. Zudem sind Jobbörsen im Neckermann-Haus geplant, auf denen sich Beschäftigte und potenzielle Arbeitgeber aus der Region kennenlernen können.

Ohne Investor droht Neckermann das gleiche Schicksal wie der einstmaligen Konzernschwester Quelle vor drei Jahren. Die Liquidation sämtlicher noch vorhandener Vermögenswerte inklusive des Ausverkaufs der letzten Waren und der Kundendatei wäre dann die traurige Aufgabe der Insovenzverwaltung im Oktober.

dpa

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