Mittwoch 23.05.2012
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C&A hat womöglich in Unkenntniss gentechnisch veränderte Baumwolle verkauft.
Dies widerspricht den strengen Ökostandards, mit welchen Händler wie C&A für ihre entsprechenden Produkte werben. "Wir tun alles, was notwendig und wichtig ist, um in diesem Bereich Klarheit zu schaffen", sagte Firmensprecher Thorsten Rolfes.
Indische Behörden deckten Etikettenschwindel auf
C&A werde auch weiterhin einer der führenden Anbieter im Bereich von Biobaumwolle bleiben, teilte das Unternehmen mit. Die Prüfstandards bei C&A setzten voraus, dass kein gentechnisch verändertes Baumwollsaatgut beim Anbau von Biobaumwolle verwendet werde. Verantwortlich seien anerkannte Zertifizierer, die dies dem Unternehmen bei jedem Produkt bestätigten.
Der "FTD" zufolge hatten indische Behörden den Betrug schon im April 2009 aufgedeckt. Der Fall sei bislang einer breiteren Öffentlichkeit aber nicht bekanntgeworden.
Pakt mit westlichen Zertifizierungsfirmen
Dabei sei es zu "Betrügereien in gigantischem Ausmaß" gekommen. Dutzende von Dörfern hätten gemeinsam mit westlichen Zertifizierungsfirmen große Mengen gentechnisch veränderter Baumwolle in den Handel gebracht.
Weiter heißt es in dem Bericht, dass mit der zunehmenden Verbreitung der Gentechnik es kaum noch möglich sei, das Versprechen von organisch reiner Ware zu halten. Jens Soth vom Weltbaumwollverband ICAC sagte gegenüber dem Blatt: "Es kann sein, dass Blütenstaub von Gentechfeldern auf Biofelder getragen wird."
Das unabhängige Labor Impetus in Bremerhaven, das für kleinere Ökoanbieter Fasern und Garne untersucht, hat festgestellt, dass rund 30 Prozent der Biobaumwollproben gentechnisch verändert sind.
Umsatz mit Biotextilien hat sich verzehntfacht
Die Biotextilbranche hingegen bemüht sich Schadensbegrenzung. So argumentierte Weltbioverband-Geschäftsführer Markus Arbenz in dem Beitrag, dass die Firmen stets darauf verwiesen hätten, dass es zu "positiven Gentechproben durch Verunreinigungen" kommen könne.
In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Umsatz mit Biotextilien weltweit von 500 Millionen Dollar auf schätzungsweise 5,3 Milliarden Dollar mehr als verzehnfacht.
dpa / DH
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