Unternehmen & Märkte

ARCANDOR-INSOLVENZ | 04.11.2009

"Quelle-Mitarbeiter wurden mit Füßen getreten"

Aus Wut über den Verlust ihrer Jobs sind rund 1.000 Ex-Quelle-Beschäftigte in Nürnberg auf die Straße gegangen. Sie forderten Hilfe vom Bund und dem Freistaat Bayern.

Vor Monaten gingen Karstadt-Mitarbeiter auf die Straße, heute waren Ex-Quelle-Beschäftigte dran. Foto: S. Engelhardt

Vor Monaten gingen Karstadt-Mitarbeiter auf die Straße, heute waren Ex-Quelle-Beschäftigte dran

+

Bei der Kundgebung warfen Gewerkschaftsvertreter dem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg einen "würdelosen Umgang mit den Mitarbeitern" vor. Viele von ihnen seien bis zum letzten Arbeitstag über ihr weiteres Schicksal im Ungewissen gelassen worden.

Der DGB-Vorsitzende von Mittelfranken, Stephan Doll, zeigte sich betroffen: "Die Region hat noch nie so einen Niedergang wie den von Quelle in solch einer Geschwindigkeit erlebt", sagte er vor der protestierenden Menge. Doll verlangte von der Bundesregierung Sofortprogramme für die gekündigten Beschäftigten von Quelle und den Zulieferfirmen.

Insolvenzverwalter und Politiker in der Kritik


Zu der Protest-Demonstration hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Mittelfranken und die Gewerkschaft Verdi gemeinsam mit dem Quelle-Betriebsrat aufgerufen. Die Arbeitnehmervertreter machen neben Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg auch Politiker auf Bundes- und Landesebene für das Scheitern der Rettungsbemühungen verantwortlich.

Görg hatte vor rund zwei Wochen überraschend das Aus für den Versender bekanntgegeben, nachdem sich kein Investor gefunden hatte.

"Das ist Kapitalismus pur"


"Die Mitarbeiter von Quelle und Primondo wurden mit Füßen getreten. Das hat nichts mit sozialer Marktwirtschaft zu tun, sondern ist Kapitalismus pur", sagte Doll. "Der Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen war würdelos", kritisierte auch der Quelle- Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ernst Sindel.

Viele Menschen in der Region seien inzwischen von Armut betroffen, erklärte Doll. Deshalb sei jetzt ein Strukturprogramm mit "mindestens 300 Millionen Euro plus X" notwendig. Derzeit liefen entsprechende Gespräche mit der Staatsregierung. Er rechne damit, dass das Programm bis Weihnachten feststehe.

dpa

Anzeige

 


Diesen Artikel verlinken:

Impressum | Datenschutz | Kontakt

Copyright: Deutscher Fachverlag GmbH; Anregungen & Kommentare an info@derhandel.de
Credits: Konzept & Layout SamArt Gbr
Credits: Konzept, Projektmanagement, Programmierung und technische Realisation dfv Internet-Service

Anzeige

 

Anzeige

 

Printausgabe

Der Handel Ausgabe 2/2012

Die neue Ausgabe vom Wirtschaftsmagazin Der Handel ist erschienen!

zum Inhalt »
Infos zum Abo »

 

Frage des Tages - jetzt abstimmen!

Schlecker ist insolvent. Ist die Drogeriekette noch zu retten?

Nein, so will heute niemand mehr einkaufen.
Ja, mit einem radikalen Gesundschrumpfen.
Mal sehen. Erst einmal muss ein neues Konzept her.
Zur Ergebnissseite »

 

Jobbörse

Sie suchen einen neuen Job im Handel? Wir bieten Ihnen tausende von Angeboten.

Jetzt suchen »

Powered by monster.de