Unternehmen & Märkte

REVITALISIERUNG VON SHOPPINGCENTERN | 07.12.2015

Die neuen Center: willkommen zum Wohlfühlen

Shoppingcenter stehen unter Erneuerungsdruck. Mit viel Geld werden die Objekte schicker gemacht, dabei entstehen regelrechte Freizeitparks, in denen auch eingekauft werden kann.

07.12.2015
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Ruhr Park in Bochum: Wind Tree am Eingang. Dieser künstliche Baum wandelt Wind in Energie um. Foto: Unibail Rodamco

Ruhr Park in Bochum: Wind Tree am Eingang. Dieser künstliche Baum wandelt Wind in Energie um. Foto: Unibail Rodamco

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Kurz vor Jahresschluss ist das nächste Shoppingcenter aufgefrischt worden, zumindest der erste Teil davon. Die Berliner Gropius-Passagen haben seit vergangenen Freitag (4.) einen "Fashion Circle", eine neue Modeabteilung also. Run 12.000 Quadratmeter groß ist die Fläche und bietet insgesamt 15 Läden mit Marken wie Skechers, Calzedonia und Hallhuber.

Das ist aber erst der Anfang. Bis 2018 soll Berlins größtes Center komplett neu gestaltet sein, lautet der Plan der Eigentümer TH Real Estate und Unibail Rodamco (UR) Germany. Die Gesamtfläche von 93.500 Quadratmetern soll erhalten bleiben, doch das Center, Baujahr 1969, wird generalüberholt. 100 Millionen Euro investieren die Eigner dafür, am Ende soll der Stadtteil Neukölln eine Einkaufsdestination mit freundlichem, lichtdurchflutetem Ambiente einschließlich Ruhezonen und komfortablen Toilettenbereichen bekommen.

150 Millionen für den neuen Ruhr Park


Wie so etwas bei UR aussieht, kann man im Ruhr Park Bochum besichtigen, dessen Neugestaltung am 4. November abgeschlossen wurde. Hier wurden gar 150 Millionen Euro aufgewendet um das gewaltige Center mit rund 116.000 Quadratmeter Gesamtfläche zu modernisieren.

Der Ruhr Park ist noch einmal fünf Jahre älter als die Gropius Passagen, und wer sich so etwas vornimmt, bekommt es mit vielerlei Herausforderungen zu tun. Tücken lauern dabei im Verborgenen. So berichtet Ulrich Wölfer, Chefentwickler von UR, dass im Boden des betagten Centers zig alte Leitungen gefunden wurden, deren Wirken in Zusammenarbeit mit den Bochumer Stadtwerken ergründet werden mussten.

Hängende Gärten und Babywickelräume


Rund 465 Center gibt es derzeit in Deutschland, mindestens 200 haben mehr oder weniger hohen Revitaliserungsbedarf. Die tristen Betonburgen aus den sechziger und siebziger Jahren müssen zeitgemäß hergerichtet werden. Denn wenn der stationäre Handel auf den Wettbewerb mit dem E-Commerce reagieren muss, dann gehören die Center mit dazu. Alles soll schöner werden. Einst galt die Faustregel, dass die Häuser alle 10 Jahre aufgehübscht werden mussten. "Das ist vorbei", sagt Karl Reinitzhuber, deutscher UR-Chef. "Ein Center ist ein lebendiger Organismus, an dem man täglich arbeiten muss."

Gewiss wird auch Reinitzhuber nicht täglich hängende Gärten, bequeme Babywickelräume oder Toiletten auf Hotelniveau überarbeiten, wie es sie etwa im Ruhr Park gibt. Aber zehn Jahre wird er nicht warten wollen, bis er das Areal wieder grundlegend verschönert hat. "Der Wettbewerb ist schneller geworden", findet Christine Hager, Geschäftsführerin vom Immobilienentwickler Redos und Vorstandsmitglied im German Council of Shopping Centers. "Der E-Commerce treibt", lautet ihre Begründung für das neue Tempo.

Der E-Commerce sorgt offenbar auch für Verschiebungen bei der Profitabiliät für Center. Früher galt in Branchenkreisen die Fausregel: investiert jemand etwa 150 Millionen Euro in ein Center, dann darf er mit einer jährlichen Rendite von rund 10 Prozent rechnen. Diese Zeiten sind offenbar vorbei. Weiter


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