Unternehmen & Märkte

SCHLECKER-INSOLVENZ | 13.08.2012

Schlecker: 60.000 Euro im Monat für die Ehefrau?

"Der Spiegel" berichtet davon, dass Anton Schlecker schon 2009 gewusst haben soll, dass seinem Drogerieunternehmen die Insolvenz droht. Angeblich habe er daraufhin Firmengelder familienintern übertragen.

Schlecker, Foto: Crescenti

Schlecker: Außergewöhnlich lange Zahlungsfristen

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Wahrscheinlich wird Meike Schlecker diesen Satz längst bereuen. "Es ist nichts mehr da", sagte die Tochter des gestürzten Drogeriekönigs Anton Schlecker zu Beginn dieses Jahres, als sie vor der Öffentlichkeit über die desaströse Finanzlage des Unternehmens Auskunft gab. Alles Geld, beteuerte Meike Schlecker weiter, habe ihr Vater ins Unternehmen gesteckt.

Rund sieben Monate später und gut vier Wochen nach dem Beginn der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Anton Schlecker wackelt diese Behauptung erheblich. Nach Informationen vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" soll der Unternehmer bereits 2009 die Insolvenz seines einstigen Imperiums vorhergesehen - und diese billigend in Kauf genommen haben. Das Magazin beruft sich dabei auf den Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Stuttgart.

Gehalt "nicht mehr angemessen"


"Der Spiegel" zitiert die Staatsanwaltschaft mit den Worten, dass Schlecker angesichts der einbrechenden Unternehmensumsätze seit 2008 erkannt habe, "dass die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens drohe". Schlecker soll daraufhin 2009 damit begonnen haben, Firmenvermögen Familienmitgliedern zuzuschieben. So soll seine Ehefrau Christa monatlich 60.000 Euro Monatsgehalt bekommen haben. Es hätten "verdächtige unentgeltliche Vermögensübertragungen auf Familienangehörige" begonnen, heißt es aus Ermittlerkreisen weiter. Das Gehalt an Christa Schlecker überhöht und "der Ertragssituation nicht mehr angemessen", betont laut "Spiegel" die Staatsanwaltschaft.

Zu den Vermögensübertragungen gehören offenbar auch Immobiliendeals wie das Familienanwesen in Ehingen, dessen Wert auf 20 Millionen Euro geschätzt wird. Weiter geht es um die Zentrale des Tochterunternehmens IhrPlatz.

Unternehmensfinanzierung mit Schneeballsystem


Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Anton Schlecker zudem, sein Unternehmen via "Schneeballsystem" finanziert zu haben. Hier berufen sich die Ermittler auf die außergewöhnlich langen Zahlungsfristen des Unternehmens. Der Erlös aus schon verkaufter, aber noch nicht bezahlter Ware sollte die Finanzierung der Kette sichern.

Im Jahr 2010 hatte Schlecker mit dem Warenkreditversicherer Euler Hermes sowie der Einkaufskooperation Markant einen "Sicherheittreuhandvertrag" gezeichnet. Damit sollte die Lieferungen gewährleistet werden. Als Sicherheit seien hierfür laut "Spiegel" Waren und Immobilien im Wert von 325 Millionen Euro vereinbart worden.

Meike und ihr Bruder Lars Schlecker hatten im Juni in Öffentlichkeit noch einmal Stellung bezogen zum Niedergang des Familienbetriebes. Dabei wurde auch der Satz relativiert, sei nichts mehr da. Zur wahren Vermögenslage der Familie wollten sich beide aber nicht äußern. Diese sei Privatsache.

ges

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