Unternehmen & Märkte

SCHLECKER-CHRONOLOGIE | 26.05.2012

Schlecker kämpft gegen den Untergang

Seit Anfang des Jahres wehrt sich die insolvente Drogeriekette Schlecker gegen das Aus. Bis Freitag muss der Insolvenzverwalter einen Investor finden, sonst droht die Abwicklung. Eine Chronologie der Ereignisse.

Ungewiss: Die Zukunft der insolventen Drogeriekette Schlecker. Foto: Crescenti

Ungewiss: Die Zukunft der insolventen Drogeriekette Schlecker

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20. Januar 2012: Vor allem die geplatzte Finanzierung von Lieferungen der Einkaufsgemeinschaft Markant führt dazu, dass die ehemals größte deutsche Drogeriekette Schlecker zahlungsunfähig ist.

23. Januar: Anton Schlecker e.K., die Schlecker XL GmbH und die Schlecker Homeshopping GmbH melden Insolvenz beim Amtsgericht Ulm an, später folgt die Schlecker-Tochter IhrPlatz (Osnabrück).

28. Januar: Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) spricht von der Möglichkeit einer Landesbürgschaft für Schlecker, falls Investoren eine tragfähige Lösung für die Kette vorschlagen.

29. Februar: Der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kündigt an, rund 11.750 der mehr als 25.000 Jobs zu streichen und bis zu 2.400 der 5.400 deutschen Schlecker- und Schlecker-XL-Filialen zu schließen.

Ein Kredit über 70 Millionen Euro


2. März: Bei IhrPlatz sollen 908 von 5.350 Stellen und 142 von 612 Märkten wegfallen; später werden die Zahlen auf 650 und 122 reduziert.

5. März:
Schmid schlägt eine länderübergreifende Hilfe für die von Entlassung bedrohten Schlecker-Mitarbeiter vor. Für eine Transfergesellschaft, die bei der Suche nach neuen Jobs hilft, ist ein Kredit von 70 Millionen Euro erforderlich. Die staatseigene Förderbank KfW will ihn bereitstellen, die schwarz-gelbe Bundesregierung aber nicht dafür haften, stattdessen sollen die Bundesländer mit Schlecker-Filialen einspringen.

18. März: Verdi und der Schlecker-Betriebsrat erreichen, dass statt der ursprünglich angestrebten 2.400 "nur" rund 2.200 Filialen schließen.

29. März: Das Amtsgericht Ulm eröffnet das Insolvenzverfahren für die Schlecker-Gesellschaften. Zugleich verhandelt Stuttgart über eine Bürgschaft aller Bundesländer für eine Transfergesellschaft, aber eine gemeinsame Lösung scheitert. Vor allem die FDP-Wirtschaftsminister leisteten Widerstand.

28. März: Kündigungsschreiben an mehr als 10.000 Schlecker-Beschäftigte werden verschickt.

3.850 Ex-Schlecker-Beschäftigte reichen Klage ein


1. April: Die verbliebenen rund 13.500 Schlecker-Beschäftigten hoffen auf den Erhalt ihrer Jobs. Insolvenzverwalter Geiwitz berichtet von drei bis fünf Investoren mit konkretem Interesse am Unternehmen.

2. Mai: Schlecker findet einen Käufer für seine 145 Filialen in Tschechien. Geiwitz bestätigt die Übernahme durch das Unternehmen P.K. Solvent (PKS). Der Kaufpreis für das tschechische Filialnetz mit rund 460 Mitarbeitern wurde nicht bekanntgegeben.

4. Mai: Bisher reichten rund 3.850 Ex-Schlecker-Beschäftigte Klage gegen ihre Kündigung ein.

10.Mai: Der Münchner Investor Dubag bekundet sein Interesse an einer Übernahme der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz.

24. Mai: Der einstige Karstadt-Retter Berggruen-Holdings interessiert sich für Schlecker. Ein Sprecher der Nicolas Berggruen Holdings GmbH bestätigte Gespräche mit Schlecker-Insolvenzverwalter Geiwitz. Der Gläubigerausschuss berät über die Zukunft des Unternehmens und verschiebt schließlich die Entscheidung um die Zukunft von Schlecker auf den 1. Juni.

dpa

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