Finanzen & Karriere

SCHLECKER-INSOLVENZ | 09.05.2012

Investor kauft Schlecker-Tochter IhrPlatz

Die insolvente Schlecker-Gruppe wird zerschlagen: Berichten zufolge soll die Tochter IhrPlatz nun einzeln verkauft werden. Derweil geht der Streit mit Verdi um den Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter weiter.

Verkauft: Die Schlecker-Tochter IhrPlatz. Foto: Crescenti

Verkauft: Die Schlecker-Tochter IhrPlatz

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Die insolvente Schlecker-Tochter IhrPlatz wird Medienberichten zufolge an die Beteiligungsgesellschaft Dubag in München verkauft. Der Insolvenzverwalter Werner Schneider habe in einem Schreiben vom Dienstag die Lieferanten darüber informiert, dass er nach "langwierigen Verhandlungen" mit Dubag einig sei, berichten mehrere Medien. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters kommentierte dies zunächst nicht.

Dubag will nach den Informationen die Osnabrücker Drogeriekette zu 100 Prozent und mit allen 480 Filialen übernehmen. Auch ein Abbau der Belegschaft - etwa 4.700 Mitarbeiter - sei demnach nicht geplant.

Dubag ist nach eigenen Angaben auf den Erwerb und die Neupositionierung von Unternehmen in Sondersituationen spezialisiert. Bisher hat Dubag Firmen wie den Wiesbadener Generikahersteller Sigam und den Speichermedienhersteller Berlin Optical Disc übernommen.

Ursprünglich war ein Paketverkauf der insolventen Schlecker-Gruppe angedacht. Doch bereits Mitte April hatte die Insolvenzverwaltung einen Einzelverkauf nicht mehr ausgeschlossen.

Ringen um Sanierungsbeitrag geht weiter


Derweil verhärten sich die Fronten im Streit um einen Sanierungsbeitrag der Schlecker-Belegschaft. Am Mittwoch konnten sich Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und die Gewerkschaft Verdi in einer weiteren Gesprächsrunde in Frankfurt erneut nicht einigen.

Nach Angaben von Verdi bot die Verhandlungskommission aus Gewerkschaftern und Betriebsräten einen Lohnverzicht von insgesamt 98 Millionen Euro an - das machten etwa 10,5 Prozent der Personalkosten bei der insolventen Drogeriekette aus.

Bislang forderte Geiwitz eine Einsparung der Personalkosten von insgesamt 15 Prozent. Das wären nach Verdi-Angaben 141 Millionen Euro. Aus Sicht der Gewerkschaft rückte Geiwitz in den Gesprächen aber ein Stück von der Höhe dieser Forderung ab. Das dementierte aber die Insolvenzverwaltung prompt.

Drei bis fünf Übernahmekandidaten


Noch scheint ein angestrebter Sanierungstarifvertrag in weiter Ferne. Dieser werde erst abgeschlossen, wenn die Voraussetzungen der Gewerkschaft erfüllt seien, sagte eine Verdi-Sprecherin. An diesem Donnerstag werde die Bundestarifkommission über die Gespräche mit der Insolvenzverwaltung beraten.

Für die Rettung der insolventen Drogeriekette ist Geiwitz weiter auf Investorensuche. Nach Angaben seines Büros ist Geiwitz mit drei von fünf Bewerbern in "vertieften Verhandlungen".

dpa

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