Unternehmen & Märkte

SCHLECKER-INSOLVENZ | 27.06.2012

Zweifelhafte Immobiliendeals von Anton Schlecker

"Es ist nichts mehr da", ist der längst legendäre Satz von Meike Schlecker. Doch die Zweifel an der neuen Armut der Drogeriefamilie mehren sich. Presseberichten zufolge soll Anton Schlecker Grundstücke an die Kinder übertragen haben.

Geschlossene Schleckerfiliale, Foto: Crescenti

Schleckerfiliale: Für immer geschlossen

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Anton Schlecker hat einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge nur wenige Monate vor der Insolvenz seiner Drogeriekette große Firmengrundstücke an seine Kinder übertragen. Vor drei Jahren soll er zudem das Familien-Anwesen seiner Ehefrau geschenkt haben, berichtete das Blatt am Mittwoch.

Die Insolvenzverwaltung von Arndt Geiwitz wollte einzelne Vorgänge nicht kommentieren. "Sämtliche Übertragungen, vor allem die der letzten vier Jahre, werden sehr genau überprüft", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. "Die Prüfungen sind noch nicht endgültig abgeschlossen." Das Geld aus einer möglichen Rückübertragung würde in die Insolvenzmasse fließen.

Grundstücke für die Kinder


Dem Bericht zufolge übertrug Anton Schlecker seinem Sohn Lars am 7. September 2011 - knapp fünf Monate vor dem Insolvenzantrag - ein 7.000 Quadratmeter großes Firmengrundstück am Stammsitz des Unternehmens im baden-württembergischen Ehingen. Zuvor hatte seine Schwester demnach ein gleichgroßes Grundstück erhalten; dieser Vertrag sei bereits 2008 geschlossen worden.

Die Zeitung beruft sich auf den Schenkungsvertrag, der ihr vorliege. Darin heiße
es: "Eine Gegenleistung in Geld haben Frau Meike Schlecker und Herr Lars Schlecker nicht zu erbringen." 2011 schloss das Unternehmen mit einem Verlust von 200 Millionen Euro ab.

Lebenslanges Nutzungsrecht für die Villa


Am 26. Juni 2009 habe Schlecker das auf acht Millionen Euro geschätzte Familien-Anwesen (13.000 Quadratmeter) in Ehingen notariell an seine Ehefrau übertragen, wobei das Unternehmen schon damals in der Verlustzone gewesen sei, schreibt das Blatt weiter. In der Vereinbarung steht demnach auch, dass Anton Schlecker sich ein lebenslängliches Nutzungsrecht für die Villa einräumen ließ. Im Todesfall seiner Frau würde laut notarieller Regelung diese wieder in seinen Besitz übergehen, berichtete "Bild". Die Familie habe sich auf Anfrage der Zeitung nicht äußern wollen.

Anton Schlecker haftet im Rahmen der Insolvenz seiner 1975 gegründeten Firma auch mit seinem Privatvermögen. Schlecker hatte im Januar Insolvenz gemeldet. Am heutigen Nachmittag sollen alle noch verbliebenen 2.800 Filialen endgültig schließen.

dpa

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