Unternehmen & Märkte

SCHLECKER-SCHICKSAL | 25.05.2012

Schlecker: Investor binnen einer Woche oder Abwicklung

Bis nächsten Freitag muss der Insolvenzverwalter von Schlecker einen aussichtsreichen Investor präsentieren, sonst wird der Betrieb eingestellt. Zwei Interessenten sind noch im Rennen.

Geschlossene Schlecker-Filiale: 14.000 Jobs auf der Kippe. Foto: M. Crescenti

Geschlossene Schlecker-Filiale: 14.000 Jobs auf der Kippe

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Die insolvente Drogeriekette Schlecker hat von den Gläubigern eine letzte Galgenfrist von einer Woche bekommen. Liegt Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bis nächsten Freitag kein tragfähiges Fortführungskonzept vor, ist endgültig Schluss.

Bis dahin haben die verbliebenen zwei Investoren Zeit, ein "belastbares und für die Gläubiger akzeptables" Angebot zu unterbreiten, wie Geiwitz am Freitag nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses in Ulm sagte. "Wenn es nicht so ist, sind wir leider gezwungen, den Betrieb von Anton Schlecker stillzulegen."

Bislang seien die Angebote der Bewerber für Schlecker sowohl beim Kaufpreis als auch beim Übernahmekonzept für die Gläubiger nicht überzeugend gewesen. "Wenn sich nichts ändert, bin ich nicht zuversichtlich - aber es kann sich noch was ändern", sagte Geiwitz.

Mehr als 14.000 Jobs stehen auf der Kippe


Wenn die Rettung über einen Investor bis nächsten Freitagvormittag nicht gelinge, werde bereits im Juni mit Ausverkäufen begonnen. Die nach aktuellen Zahlen noch rund 14.300 Schlecker-Mitarbeiter würden dann Ende Juni oder Anfang Juli gekündigt. Davon ausgeschlossen sei die Tochterfirma IhrPlatz, für die es ein Insolvenzplanverfahren geben werde.

Geiwitz gab keine Informationen über die zwei möglichen Investoren. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hat sein Interesse an der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker inzwischen bestätigt.

Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Gespräche mit Berggruen und verlangte für die noch mögliche Rettung ein "ernsthaftes Angebot" der potenziellen Investoren. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger verlangte von allen Beteiligten höchsten Einsatz.

Sie warnte die großen Gläubiger vor kurzsichtigem Verhalten, das die letzte Chance gefährden könnte: "Deshalb sind bei Lieferanten und Warenkreditversicherern mehr Geduld, Bereitschaft und finanzielles Engagement gefordert", sagte Nutzenberger. Lieferungen dürften keinesfalls eingestellt werden.

Gläubigerausschuss kommt am Freitag wieder zusammen


Der sogenannte vorläufige Gläubigerausschuss ist eine Vertretung aller Schlecker-Gläubiger. Er kam am Freitag in Ulm hinter verschlossenen Türen zusammen.

Zum Ausschuss gehören die Kreditversicherung Euler Hermes, die Lieferantengruppe Markant Finanz AG und die Agentur für Arbeit in Ulm. Auch je ein Vertreter von Gewerkschaft und Arbeitnehmerschaft sind dabei.

Am nächsten Freitag wird er erneut zusammenkommen für eine Entscheidung, die am 5. Juni bei der Gläubigerversammlung in Ulm festgeklopft wird.

dpa

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