Unternehmen & Märkte

SCHLECKER-ZUKUNFT | 25.05.2012

Karstadt-Eigentümer bestätigt Interesse an Schlecker

In die Sitzung des Gläubigerausschusses von Schlecker ist neuer Schwung gekommen. Karstadt-Eigner Berggruen bestätigt, dass er sich für die Drogeriekette interessiert. In welchem Umfang, ist noch unklar.

Schlecker, Foto: Crescenti

Schlecker: Was will Berggruen?

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Tausende Schlecker-Beschäftigte hoffen auf eine Rettung in letzter Sekunde. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen ist an der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker interessiert. Die größten Schlecker-Gläubiger beraten unterdessen über die Zukunft des Unternehmens.

Ein Sprecher der Nicolas Berggruen Holdings GmbH bestätigte am Freitag der Nachrichtenagentur dpa, dass das Unternehmen Gespräche mit dem Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz führe. Weitere Angaben wollte er nicht machen.

Vom Treffen des Gläubigerausschusses wurden ein richtungsweisender Beschluss erwartet, der über Fortführung oder Zerschlagung Schleckers entscheiden dürfte.
 

Verdi sieht Berggruen skeptisch


Von der Gewerkschaft Verdi ist ein eher neutrales Statement zum möglichen Engagement von Berggruen überliefert. "Wir sind im Sinne der Zukunft der Schlecker-Beschäftigten offen für Investoren, die den Erhalt der Arbeitsplätze im Blick haben und werden vorliegende Fortführungskonzepte sorgfältig prüfen und bewerten", sagte Verdi-Sprecherin Christiane Scheller der dpa.

Die Gewerkschaft hat längst einige Vorbehalte gegenüber Berggruen. Schuld daran ist dessen Vorgehen bei Karstadt. So kritisierte zuletzt der Verdi-Karstadtbeauftragte Johann Rösch den Investor deutlich: "Ich kann nicht erkennen, dass die soziale Komponente, mit der er angetreten ist, in dieser Phase überhaupt noch spürbar ist."

Und im Interview mit Der Handel zeigte sich der Gewerkschafter skeptisch, dass der Plan von Berggruen aufgeht, die notwendigen Investitionen für Karstadt einzig aus dem operativen Gewinn bestreiten zu können.

Sitzung in Ulm


Der Gläubigerausschuss tagt derzeit in Ulm, am 5. Juni trifft sich die Gläubigerversammlung. In dem Ausschuss sitzen die größten Gläubiger von Schlecker. Dazu gehören die Kreditversicherung Euler Hermes, die Lieferantengruppe Markant Finanz AG und die Agentur für Arbeit in Ulm.

In der Versammlung haben dann, grob formuliert, alle das Wort, denen die Drogeriekette Geld schuldet, wie beispielsweise ein kleiner Handwerksbetrieb.

Vier Monate sind seit dem Antrag auf Insolvenz vergangen, Ende März war das Verfahren eröffnet worden. Bundesweit wurden rund 10.000 Beschäftigten gekündigt, nachdem die Gründung einer Transfergesellschaft gescheitert war.

Geiwitz konnte bislang noch keinen schlagkräftigen Geldgeber präsentieren. Stattdessen gab es eine Klagewelle der gekündigten Mitarbeiter. Dies könnte potenzielle Investoren abschrecken, befürchtet die Insolvenzverwaltung.

Deshalb ist auch eine Zerschlagung denkbar. Dann würde Schlecker in seine Einzelteile zerlegt und noch vorhandene Perlen würden verkauft. Der Großteil der deutschen Filialen würden dann wohl geschlossen.

Attraktive Auslandstöchter von Schlecker


Ein ursprünglich angestrebter Gesamtverkauf der Schlecker-Gruppe scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Zuletzt hieß es, dass sich die Insolvenzverwaltung und der Münchner Investor Dubag bereits handelseinig seien für die Übernahme der Schlecker-Tochter IhrPlatz.

Im Ausland ist bereits das tschechische Filialnetz verkauft worden; im Frankreich-Geschäft stehe man kurz vor dem Abschluss, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung. Auch in anderen Ländern gibt es Bewegung: In Spanien zeigten Investoren reges Interesse, in Polen und Österreich werde sondiert.

dpa

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