Samstag 04.02.2012
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Bei Ikea kann der Kunde auch selbst kassieren.
Insgesamt 960 sogenannte Expresskassen wurden in den vergangenen Monaten in 43 der 45 deutschen Filialen des schwedischen Möbelhauses installiert. Wer will, kann seine Billy-Regale, Teelichter und sonstigen Einkäufe nun selbst einscannen und mit der Karte bezahlen.
„Wir sind mit den Reaktionen sehr zufrieden", sagt Holger Apel, bei Ikea für die Kassentechnologie verantwortlich. Gut 40 Prozent der Kunden nutzen laut Apel die Expresskassen. Während an den normalen Ikea-Kassen 43 Bons pro Stunde produziert werden, sind es bei den Expresskassen 62 Bons.
Reduzierung des Bargeldaufkommens um zwei Prozentpunkte
"Den Anteil der Kartenzahlungen konnten wir um zwei Prozentpunkte auf rund 72 Prozent aller Zahlungen erhöhen." Das Bargeldaufkommen zu reduzieren, ist eines der langfristigen Ziele von Ikea. Hierzu tragen die Expresskassen bei, denn dort ist das Zahlen ausschließlich mit Karten möglich. "Ich träume von einem bargeldlosen Einrichtungshaus", sagte Apel auf den EHI-Technologietagen Anfang November in Köln.
Insgesamt fünf Projekte hat er dazu in den vergangenen Monaten angestossen: Der Austausch der Kassenterminals und die Einführung von SignPads zur digitalen Erfassung und Speicherung der Unterschrift sowie die Integration der Expresskassen sind abgeschlossen.
Neue Projekte in der Pipeline
Nun folgen Projekte zur Vergabe der Bargeldver- und -entsorgung an externe Dienstleister, zur Einführung eines geschlossenen Bargeldkreislaufs und zur Verbindung des Kassensystems von Restaurant- und Verkaufsbereich.
Nach einigen Monaten Praxisbetrieb zeigt sich, dass die Personaleinsatzplanung eine der größten Herausforderungen der neuen Selbstbedienungskassen ist. "Wir haben an jeder Expresskasse einen Attendant zur Unterstützung der Kunden und einen so genannten Kassenlinienkoordinator, der den Kundenstrom vor der Kassen steuert", erläutert Apel. Diese neuen Funktionen verlangen jeweils ganz spezifische Fähigkeiten vom Personal, daher ist die Einsatzplanung wesentlich komplexer geworden.
Deutschland hinkt beim Self-Checkout hinterher
Ikea ist damit einer der wenigen Händler in Deutschland, die flächendeckend und im großen Stil auf diese „Self-Checkout"-Kassenlösungen setzen. „Im Vergleich zum Ausland hinkt der deutsche Handel beim Thema SB-Kassen hinterher", sagt Ulrich Spaan, Experte für Kassenlösungen beim EHI Retail Institute, gegenüber Der Handel.
Bei den großen europäischen Lebensmittelhändlern Tesco (Großbritannien), Carrefour (Frankreich) oder Continente (Portugal) können die Kunden, so sie denn wollen, an der Kasse ganz selbstverständlich selbst tätig werden.
Hanno Bender
Lesen Sie hier weiter über die SB-Kassen-Erefahrungen in den Verbrauchermärkten von real,- und über die ersten Fortschritte bei Saturn und anderen Händlern.
Dieser Artikel erschien im Rahmen des Sonderhefts "Bezahlen im Handel" in der November-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel, er wurde um einige Akutalisierungen ergänzt.
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