Unternehmen & Märkte

SPIELWARENHANDEL | 25.11.2011

Spielwarenhändler mit vollen Lägern

Im Weihnachtsgeschäft 2010 standen einige Kunden in Spielzeuggeschäften vor leeren Regalen: Die Ware war ausverkauft. Diesmal haben die Händler kräftig geordert. Ein Problem bleibt der Preisverfall.

Kinder mit Legobausteinen, Foto: lego

Kinder mit Legobausteinen: Traditionsspielzeug steht hoch im Kurs

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Für die Spielwarenbranche ist der Advent die wichtigste Zeit des Jahres: Rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes machen die Händler in den letzten Wochen vor Heilig Abend - und auch in der Zeit direkt danach. Denn viele Kinder bekommen inzwischen Geldgeschenke oder Gutscheine statt Präsente und gehen nach dem Fest selbst einkaufen.

Nach derzeitigem Stand werden sie diesmal nicht vor leeren Regalen stehen. Nach den schlechten Erfahrungen im Vorjahr, als schon Wochen vor Weihnachten besonders begehrte Artikel ausverkauft waren, haben die Händler in diesem Jahr vorgesorgt und kräftig geordert.

Besonders Sportartikel, Action- und Multimediaspiele sowie Sammelartikel stehen neben Klassikern wie Playmobil und Lego hoch im Kurs. Der Spielwarenhandel rechnet mit guten Umsätzen.

Aus China zurück nach Deutschland


Die Branche ist schnelllebig: Mehr als die Hälfte aller Produkte hält sich keine zwei Jahre auf dem Markt. Und gar nur zehn Prozent aller Spielsachen, die heute in den Läden angeboten werden, gab es auch schon vor zehn Jahren zu kaufen.

Auch über die Ware hinaus ändert sich die Branche rasant: Noch vor wenigen Jahren galten Hersteller, die ihre Produktion nicht nach China verlagerten, als dem Untergang geweiht. Inzwischen kehrt sich der Trend um, und Unternehmen wie der fränkische "Bobby Car"-Hersteller Simba Dickie kehren nach Europa zurück.

Aktuell werden etwa 60 Prozent der in Deutschland verkauften Spielwaren in China produziert - noch vor kurzem waren es weit über 70 Prozent.

Grund ist vor allem der steigende Kostendruck im einstigen Billiglohnland. "Der chinesische Arbeiter ist anspruchsvoller geworden, und er kann es sich auch leisten", berichtet der stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwaren-Industrie, Ulrich Brobeil.

Preise steigen, Qualitätsanforderungen auch


Da darüber hinaus auch noch die Kosten für Rohstoffe, Energie und Qualitätskontrollen nach oben gingen, gab es bereits in diesem Jahr moderate Preiserhöhungen.

Über Weihnachten bleiben die Preise nach Branchenangaben nun stabil, doch im nächsten Jahr soll Spielzeug - je nach Marke - erneut im einstelligen Prozentbereich teurer werden.

"Lieber ein manchmal etwas teureres Markenprodukt gekauft als drei aus der Krabbelkiste, wo man nicht weiß, wo sie herkommen", kommentiert Willy Fischel die Entwicklung.

Der Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) weiß, wie wichtig Sicherheit gerade bei Spielzeugen ist und welche desaströsen Folgen ein Rückruf haben kann. Umso erleichterter ist er, dass es 2011 keine einzige größere Panne gegeben hat.

Mehr Sicherheit, weniger Skandale


Noch vor wenigen Jahren war das anders. Damals brachten Skandale um Blei in Lackierungen sowie andere gefährdende Stoffe in Spielzeugen die Branche in Verruf.
 
Doch seitdem ist viel passiert. Industrie und Handel führen verstärkt Tests durch, seit Juli gilt in der EU zudem die verschärfte Spielzeugrichtlinie. Und die Chinesen haben ihre Exportlizenzen limitiert und die Sicherheitsanforderungen erhöht.

Rund 11.000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Spielwarenbranche, der Umsatz soll in diesem Jahr um mindestens drei Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen steigen.

Dennoch ist bei den Händlern nicht alles eitel Sonnenschein: "Der Wettbewerb ist so heftig, dass viele Preise nicht mehr ertragreich sind", sagt BVS-Vorsitzender Wieland Sulzer, Spielwarenhändler aus Marburg.

Bei einem Einkaufspreis von einem Euro könne der Händler bestenfalls noch 1,50 Euro einnehmen - inklusive Mehrwertsteuer. Von dieser schmalen Marge müsse er dann noch Personalkosten, Strom und Miete bezahlen.

dpa

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