Mittwoch 23.05.2012
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Unternehmen & Märkte

Nicht überall können die Verbraucher ihre Lebenmittel am Wohnort einkaufen.
Dabei wurde untersucht, wie nah das Angebot von Gütern des täglichen Bedarfs, also Nahrungs- und Genussmitteln, angesiedelt ist. Im Idealfall können sich die Konsumenten "in einer fußläufigen Distanz mit Lebensmitteln versorgen und hierbei aus einem umfangreichen Angebot auswählen".
Die Großstädte haben einen Durchschnittswert, der sich nur unwesentlich vom Durchschnitt des ländlichen Raum unterscheidet. Die Ausstattung rangiert in Großstädten zwischen 0,3 Quadratmeter je Einwohner in Metropolen (ab 500.000 Einwohnern) und 0,38 Quadratmeter je Einwohner in den übrigen Großstädten.
Großstädte sind Durchschnitt
Studienleiter Wilfried Weisenberger sieht die Ursache in der Einwohnerdichte- und Struktur der Städte: Mit verhältnismäßig wenig Märkten könne das Bevölkerungspotenzial gut abgeschöpft werden, da die Erreichbarkeit der Flächen besser sei als in ländlichen Regionen.

Nahversorgungsausstattung in Deutschland nach Städtetypen
Das Kriterium der Nahversorgungsausstattung sagt für die GfK-Forscher allerdings noch nichts Genaues über die tatsächliche räumliche Abdeckung der Bevölkerung mit Angeboten des täglichen Bedarfs aus.
Mit der Kennziffer der Nahversorgungsdichte oder -abdeckung wird der prozentuale Wert der "mit Lebensmittel-Angeboten abgedeckten" Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung einer räumlichen Einheit dargestellt. Als räumlich abgedeckt gilt hierbei, wer vom Wohnstandort aus innerhalb einer 800-Meter-Luftliniendistanz mindestens einen Betrieb des Nahrungs- und Genussmittelangebotes (400 Quadratmeter und größer) erreichen kann.
Handlungsbedarf für Kommunen
Hinsichtlich der Nahversorgungsausstattung hat das Institut die Bundesländer Baden-Württemberg und Niedersachsen miteinander verglichen: So hat Niedersachsen eine deutlich höhere Ausstattung als Baden-Württemberg, liegt aber in der Abdeckung der Bevölkerung mit Nahversorgungsbetrieben leicht hinter Baden-Württemberg zurück.

Nahversorgung: Ausstattung und Abdeckung in zwei ausgewählten Bundesländern
In Niedersachsen leben rund 44 Prozent der Bevölkerung (knapp 3,5 Millionen Einwohner) weiter als 800 Meter von einem Nahversorgungsbetrieb mit mehr als 400 Quadratmeter Verkaufsfläche entfernt, in Baden-Württemberg sind es nur rund 39 Prozent der Bevölkerung. In Baden-Württemberg ist das Lebensmittelangebot also "näher an der Bevölkerung" als in Niedersachsen, was die Forscher auf siedlungsstrukturelle Unterschiede zurückführen.
Daraus ergibt sich für Wilfried Weisenberger Handlungsbedarf für Kommunen. Denn es sei durchaus möglich, dass die Kommunen durch eine "geschickte Steuerung und Flächenvergabe" maßgeblich die Versorgungs- und Wohnqualität ihrer Einwohner mitgestalten.
"Dies gilt für hochverdichtete Räume wie Großstädte als auch für den ländlichen Raum", so Weisenberger. So sei in manchen ländlichen Gemeinden das Potenzial zur Verbesserung der Nahversorgungssituation durchaus vorhanden.
DH
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