Unternehmen & Märkte

STREIT UM MEDIA-SATURN | 23.07.2012

Media-Saturn-Gründer hält Machtkampf in den Schlagzeilen

Firmengründer Erich Kellerhals bringt einen Wechsel der Gesellschafter beim Elektronikhändler Media-Saturn ins Gespräch. Eine Entscheidung zur Expansion in China steht an - auch darüber wird gestritten.

MediaMarkt-Filiale: Machtkampf der Eigentümer spitzt sich zu. Foto: Metro Group

MediaMarkt-Filiale: Machtkampf der Eigentümer spitzt sich zu. Foto: Metro Group

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"Wenn der Streit nicht beigelegt werden kann, müssen wir vielleicht über neue Gesellschafter nachdenken", sagte Erich Kellerhals der "Süddeutschen Zeitung" - und stellt damit die weitere Zusammenarbeit mit dem Handelskonzern infrage.

Aktiv habe er sich nicht um Investoren für Media-Saturn bemüht. "Aber es gibt Interessenten, die bei mir anklopfen", so der Firmengründer.

Kellerhals betonte, dass er nicht einmal für viel Geld seine Anteile verkaufen würde. Beim Eigner Metro AG gibt es allerdings ebenfalls keinerlei Signale für einen Ausstieg. Die Äußerungen von Kellerhals wollte der Handelskonzern, der gut 75 Prozent an Media-Saturn hält, nicht kommentieren.

Kellerhals besitzt zwar nur noch 22 Prozent der Anteile an der Media-Saturn-Holding, doch wichtige Entscheidungen können laut Gesellschaftervertrag nur mit seiner Zustimmung getroffen werden. Um diese Veto-Rechte tobt ein heftiger Streit.

Skepsis über China-Engagement


Einer milliardenschweren Expansion von Media-Saturn in China steht Kellerhals skeptisch gegenüber. "Ich rate zur Vorsicht", betonte er.

Nach seiner Darstellung wollte Metro ursprünglich 1.000 Media-Märkte in fünf Jahren in China eröffnen. "Wir haben bislang im Rest der Welt insgesamt 900 Märkte in 30 Jahren geschafft. Das wäre Harakiri, haben wir gesagt. Das können wir nicht mittragen", warnte Kellerhals.

So habe man sich auf die noch bis Jahresende 2012 dauernde Testphase geeinigt. "In einigen Monaten schauen wir, wie gut unsere Zahlen sind. Dann entscheiden wir." Es bestehe auch die Möglichkeit, dass Metro auf eigene Kosten 1.000 chinesische Märkte gründen könnte.

Angesprochen von der "Süddeutschen Zeitung" darauf, dass wegen des Dauerstreits auch unklar sei, wer Nachfolger von Media-Saturn-Chef Horst Norberg werde, sagte Kellerhals: "Er geht bald in Rente - aber wenn es noch ein Jahr lang hin und her geht, ist auch eine Vertragsverlängerung denkbar."
 
Nach früheren Informationen läuft der Vertrag von Norberg bis Jahresende 2013. üblicherweise wird ein Jahr vorher über eine Verlängerung oder Neubesetzung nachgedacht.

dpa

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