Unternehmen & Märkte

KONSUMAUSSICHTEN | 29.04.2012

Deutsche kaufen gern und spontan

Gute Aussichten für den Einzelhandel prophezeit eine neue Studie des Marktforschungsinstituts forsa. Ein Ergebnis: Die Deutschen sind ein Volk von Spontankäufern.

Einkaufen macht doch glücklich. Die Deutschen belohnen sich gerne mit Mode, Reisen und Büchern.

Einkaufen macht doch glücklich. Die Deutschen belohnen sich gerne mit Mode, Reisen und Büchern.

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Allen Vorurteilen zum Trotz: Die Deutschen sind spontan. Das gilt zumindest für das Konsumverhalten, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts forsa im Auftrag der Messe Frankfurt ergab. Dabei gaben 58 Prozent der Befragten an, im zurückliegenden Jahr mindestens einmal Geld ausgegeben zu haben, ohne es vorher geplant zu haben.

Frauen sind dabei übrigens spontaner als Männer. So gab fast die Hälfte der befragten Damen (49 Prozent) 2011 mehr als einmal unvermittelt Geld aus, während es bei den Herren laut Umfrage nur 39 Prozent waren.

Am ehesten neigen demzufolge junge Leute zu Spontankäufen, mit zunehmendem Alter nehmen diese ab. Wenig verwunderlich: Ein Zusammenhang besteht außerdem zwischen dem Haushaltsnettoeinkommen und der Neigung, etwas spontan zu kaufen - wer mehr verdient, greift eher mal außer der Reihe zu.

Chance für den Einzelhandel


Das spontane Kaufverhalten sollte sich besonders der Einzelhandel mit Bekleidung, Büchern und Einrichtungsgegenständen zunutze machen. Denn in diesen Segmenten gab es mit 46, 28 und 21 Prozent die meisten Spontankäufe. Es folgen Restaurantbesuche und Unterhaltungselektronik. Fernseher, MP3-Player und Co. werden vor allem von Männern außerplanmäßig erworben (29 Prozent), bei den Frauen sind es nur 11 Prozent.

Auch dies ist eine wichtige Erkenntnis für den Einzelhandel: Gefragt waren bei Spontankäufen vor allem vergleichsweise günstige Artikel. 41 Prozent haben dafür maximal 99 Euro ausgegeben. Auf die Bereiche 100 bis 199 Euro, 200 bis 499 Euro sowie 500 Euro und mehr entfielen jeweils 16 Prozent.

Weihnachtsgeld umgehend in den Handel getragen


Die Marktforscher von forsa untersuchten im Auftrag der Messe Frankfurt besonders den Einzelhandel mit Einrichtungs- und Dekorationsgegenständen - und prophezeit diesem gute Aussichten. So belegt die Studie, dass zwei Drittel der deutschen Verbraucher 2011 im Vergleich zum Vorjahr mehr oder ähnlich viel Geld für Einrichtungs- und Dekorationsartikel ausgaben.

Und auch für 2012 lassen die Ergebnisse der Umfrage eine positive Entwicklung erwarten: Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) können heute mehr oder ähnlich viel Geld ausgeben als vor zwölf Monaten. Außerdem gaben sechs von zehn Verbrauchern zum Zeitpunkt der Umfrage im Januar 2012 an, ihr Weihnachtsgeld bereits wieder im Einzelhandel ausgegeben zu haben.

Dabei kann der sogenannte "Ambiente-Handel" verstärkt auf jüngere Verbraucher vertrauen. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen gaben stolze 21 Prozent der Befragten an, zuletzt mehr Geld für entsprechende Produkte ausgeben zu haben. Bei den Befragten zwischen 45 und 59  Jahren trifft dies auf 12 Prozent und bei den Befragten ab 60 Jahre sogar nur auf 6 Prozent zu. 

Kleidung, Reisen und Bücher hellen die Stimmung auf


Wenn sich Verbraucher beim Einkaufen "mal etwas gönnen möchten", greifen sie am liebsten zu Kleidung (46 Prozent) , gehen auf Reisen (43 Prozent) oder kaufen Bücher (42 Prozent). Für Einrichtungsgegenstände gibt immerhin jeder Fünfte (22 Prozent) Geld aus, um seine Stimmung aufzubessern.

Die Käufe im Einrichtungs- und Dekorationsartikelhandel sind relativ stabil, da sie der Umfrage zufolge selten verschoben werden: Lediglich ein Fünftel der Befragten verzichtet für den Fall, dass gespart werden muss, vorübergehend darauf, Artikel aus diesem Segment zu erwerben.

Die komplette Studie ""So kauft Deutschland" kann hier heruntergeladen werden.

DH

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