Donnerstag 24.05.2012

Unternehmen & Märkte

TARIFPOLITIK | 23.11.2009

Der vergessene Tarifstreit

In drei Ost-Ländern ringen die Tarifparteien immer noch um eine Einigung - fünf Monate nach der Verabschiedung eines Pilotabschlusses für die Handelsbranche.

Streikende Händler in Blankenburg: Verlängerung der Laufzeit nur gegen Aufpreis. Foto: Verdi

Streikende Händler in Blankenburg: Verlängerung der Laufzeit nur gegen Aufpreis

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Am vergangenen Wochenende haben sie wieder gestreikt: In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi rund 200 Beschäftigte des örtlichen Handels an Arbeitsniederlegungen. Vor allem Kaufland-Märkte waren betroffen.

Der Einzelhandel-Tarifstreit in den drei Ost-Ländern geht weiter - obwohl ein Pilotabschluss bereits vor Monaten in den meisten Bundesländern übernommen wurde. Die Tarifeinigung vom Juni 2009 sieht eine zweistufige Einkommenserhöhung vor. Demnach erhielten die Beschäftigten 2 Prozent mehr Geld, eine Anhebung um 1,5 Prozent folgt am 1. September des kommenden Jahres.

Laufzeitverlängerung nur gegen Aufpreis


Die drei Ost-Länder sind die Ausnahmeregionen im ganzen Bundesgebiet, in denen es noch keine Einigung gibt. Der Grund: Die Arbeitgeber fordern hier eine Laufzeitverlängerung. Dafür will Verdi einen finanziellen Ausgleich haben.

Deshalb gibt Streikleiterin Bettina Penz in Gera kämpferische Töne von sich, als wäre woanders noch kein Kompromiss gefunden worden: "Die Kolleginnen und Kollegen haben es satt, dass der Preiskampf im Einzelhandel auf ihrem Rücken ausgetragen wird", zetert die Gewerkschafterin.

Streiks im Weihnachtsgeschäft


Bei Sondierungsgesprächen an diesem Montag in Leipzig versuchen die Parteien nochmals, Lösungen für den Tarifstreit zu finden. "Bringt auch das nichts, dann steuern wir auf Streiks im Weihnachtsgeschäft zu", droht Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago.

Neben Warnstreiks wurden auch sogenannte "Flashmob"-Aktionen im Tarifstreit eingesetzt. Beispielsweise wurden volle Einkaufswagen in einem Supermarkt stehen gelassen, um den Betrieb zu stören.

Marcelo Crescenti

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