Unternehmen & Märkte

TEXTILHANDEL | 24.02.2013

Konzentration im Modehandel schreitet voran

Immer weniger Unternehmen teilen sich den Modemarkt. Großfilialisten machen bereits die Hälfte der Branchenumsätze. Dem Mittelstand machen Webkonkurrenz und steigende Energiekosten zu schaffen.

Foto: Wormland

Gerne bunt: Männermode ist derzeit ein Lichtblick für die Textilhändler.

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Jeden Tag schließen zwei bis drei Modefachhändler in Deutschland für immer ihr Geschäft - weil sie keinen Nachfolger finden oder mangels Erfolgsaussichten aufgeben müssen. In den Jahren 2000 bis 2010 ging die Zahl der Fachhändler laut Branchenverband BTE bereits drastisch um 12.000 auf 23.000 zurück.

Das Abschmelzen des Modefachhandels um etwa 1.000 Unternehmer pro Jahr werde sich nach dem umfangreichen Abbau in den vergangenen Jahren tendenziell aber eher verlangsamen, prognostiziert der BTE.

Weniger Ladenbesuche, weniger Spontankäufe


Aktuell bereiten vielen Unternehmern vor allem die wachsende Konkurrenz im Internet und kräftig steigende Energiekosten Sorgen. Weil Konsumenten zunehmend in der virtuellen Welt unterwegs sind statt durch Läden zu schlendern, sinken die Chancen der Modehändler, die Kunden mit ihren Waren zum Lustkauf zu verführen.

Der deutsche Modefachhandel verzeichnete 2012 nach BTE-Schätzungen ein Umsatzminus von etwa zwei Prozent auf rund 30 Milliarden Euro. Über die Ladentische gingen deutlich weniger Bekleidungsstücke, denn die Preise stiegen 2012 im Schnitt um ungefähr drei Prozent. Außerdem verändert ein Teil der Fachhändler das Sortiment zugunsten der oberen Preislagen.

An den Männern liegt es nicht


An den Männern lag es nicht, dass der Branchenumsatz zurückging. Ihnen bescheinigen Fachhändler, mode- und farbmutiger geworden zu sein, die Geschäfte mit Männermode blieben stabil. Der mehr als doppelt so große Markt für Damenmode schrumpfte dagegen deutlich.

Ein Umsatzrückgang um wenige Prozente kann nach Schilderung des Verbandes darüber entscheiden, ob ein Fachhändler Gewinn oder Verlust erzielt. Bei jedem dritten Unternehmer verschlechterte sich 2012 die Ertragssituation. Aber fast ebenso vielen Händlern gelang es auch, ihre Ertragssituation zu verbessern.

Gespaltene Branchenstimmung


Auch bei den Umsatzerwartungen für 2013 ist das Bild gespalten, Optimisten und Pessimisten halten sich die Waage. Der BTE erwartet 2013 ein kleines Umsatzplus für die Branche, wenn das Wetter mitspielt. Mildes Wetter hatte dazu geführt, dass Ende 2012 bei Wintermode schon frühzeitig die Preise purzelten.

Der Modefachhandel umfasst aktuell noch etwa 21.000 bis 22.000 Unternehmer. Modekonzerne und große Ketten mit einem Jahresumsatz ab 100 Millionen Euro bauten ihren Marktanteil in den Jahren 2000 bis 2010 schon um fast 12 Prozentpunkte auf 48 Prozent aus.

Pro Einwohner und Jahr kommt im deutschen Einzelhandel laut BTE ein Quadratmeter Verkaufsfläche hinzu. Große Modehändler hätten daran einen guten Anteil. Der Modefachhandel beschäftigt rund 330.000 Mitarbeiter.

dpa/DH

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