Unternehmen & Märkte

WARENHÄUSER | 28.11.2011

Kartellamt sieht Karstadt-Kaufhof-Fusion gelassen

Einer möglichen Fusion der Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof sieht der Kartellamtschef gelassen entgegen. Derweil äußern sich die Kaufhof-Bieter zu ihren Plänen nach der Übernahme.

Das Kartellamt hätte wohl keine Einwände gegen eine Fusion.

Das Kartellamt hätte wohl keine Einwände gegen eine Fusion.

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Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sieht eine mögliche Großfusion von Karstadt und Kaufhof zu einer "Deutschen Warenhaus AG" gelassen. "Die Frage wäre, ob eine Fusion von Karstadt und Kaufhof die Gewichte wirklich verschieben würde", sagte Mundt der Zeitung "Tagesspiegel".

Der Verkauf der Metro-Tochter Kaufhof ist seit langem geplant. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen will Kaufhof übernehmen, hat seine Pläne aber bisher nicht im Detail offengelegt. Auch der österreichische Investor René Benko wirbt bei Metro um die Kaufhäuser und will diese in eigener Regie weiterführen.

Kartellamtschef Mundt sagte: "Wir müssen prüfen, wie die Märkte abzugrenzen sind. Ob es etwa einen Warenhausmarkt gibt, oder ob man den Blick mehr auf die Teilsortimente richten muss."

Das Kartellamt müsse zudem untersuchen, ob es Städte gebe, in denen der Wettbewerb eingeschränkt würde. "In Berlin ist die Lage möglicherweise anders als in kleineren Städten."

Der schillernde Immobilieninvestor Benko


Investor Benko kündigte in der "Wirtschaftswoche" an, er wolle die Filialen ausbauen und strebe auch eine Auslandsexpansion an. "Wir sind sehr schnell und sind kurzfristig in der Lage, eine Entscheidung abzugeben. Am Ende des Tages müssen wir uns natürlich über den Preis einigen."

Die Finanzierung des möglichen Milliardendeals sei gesichert. Das Investment könne mit bis zu 50 Prozent Eigenkapital unterlegt werden. "Das haben wir gegenüber dem Metro-Management auch durch Bankbestätigungen untermauert", zitierte das Magazin den Chef der österreichischen Immobilienholding Signa.

Laut einen Bericht der österreichischen Zeitung "Die Presse" ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Geldwäsche gegen den schillernden Immobilienunternehmer Benko.

Als Käufer würde den Plänen zufolge die Aktiengesellschaft Signa Prime auftreten, an der laut "Wirtschaftswoche" auch Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking beteiligt ist.

Benko sagte, er wolle "massiv in die Filialen" investieren und neue Standorte erschließen. Kaufhof sei ein "hochattraktives Unternehmen", das krisenstabil sei und über ein extrem professionelles Management verfüge.

Sollte Berggruen Kaufhof übernehmen und mit Karstadt verschmelzen, könnte das dagegen den Wegfall von bis zu 6.000 Arbeitsplätzen bedeuten, meldete das Blatt nach "jüngst bekannt gewordenen Planspielen aus dem Bergruen-Umfeld."

dpa

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