Unternehmen & Märkte

WARENHÄUSER | 18.01.2010

Metro-Chef Cordes glaubt nicht an Investor für Karstadt

Die Metro lehnt eine vollständige Übernahme von Karstadt definitiv ab. Die Aussichten auf einen einen rettenden Investor hält Unternehmenschef-Chef Cordes für unrealisitisch.

Karstadt im Abseits: Metro-Chef Cordes sieht keine Investoren. (Foto: Hanno Bender)

Karstadt im Abseits: Keine Investoren in Sicht, glaubt Metro-Chef Eckhard Cordes.

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Die Übernahme der Karstadt-Warenhäuser durch Metro wird immer unwahrscheinlicher. Vorstandsvorsitzender Eckhard Cordes lehnte eine Komplett-Übernahme erneut ab. An diesem Ziel halten die Karstadt-Insolvenzverwalter jedoch fest, obwohl sie mit dieser Strategie bei Quelle gescheitert waren.

Man werde für ein Gesamtpaket kein Angebot abgeben und nicht einmal die Bücher prüfen, solange der Insolvenzverwalter an dieser Lösung festhalte, sagte Cordes der "Wirtschaftswoche". Dies wäre "Zeitverschwendung".

Verdi hofft auf Komplettverkauf


Cordes sprach sich für eine Konzentration der Warenhauslandschaft in Deutschland aus. Es gebe in Deutschland langfristig keinen Platz für zwei große Warenhausanbieter, sagte Cordes dem Magazin. Dies müsse man ehrlich kommunizieren, auch gegenüber den Mitarbeitern von Karstadt, sagte Cordes. Eine Konsolidierung der Kaufhauslandschaft sei unvermeidlich.

Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane sagte vorige Woche zu derhandel.de, dass sie hoffe, dass Karstadt noch in der ersten Hälfte dieses Jahres verkauft werde. "Und dann geht es mit kräftigen Schritten mit dem Unternehmen vorwärts und raus aus der Insolvenz", glaubt die Gewerkschafterin.

"Uns ist niemand eingefallen"


Die Karstadt-Insolvenzverwalter hatten von dreißig Interessenten für den insolventen Warenhaus-Konzern berichtet. Cordes zweifelt daran. "Uns ist niemand eingefallen, zumindest kein strategischer Investor", sagte der Metro-Chef. "Dass ein Handelskonzern nach Deutschland geht, Karstadt als Ganzes kauft und sich damit in den Wettbewerb zu Kaufhof begibt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen."

Auch das Interesse von Finanzinvestoren stellte Cordes infrage: "Ich bezweifle, dass diese Karstadt isoliert kaufen würden." Metro sei nach wie vor einzig an einer nennenswerten Anzahl von Karstadt-Häusern interessiert.

Angst vor Massenentlassungen


Der Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte sich überzeugt gezeigt, sämtliche noch 120 Karstadt-Filialen erhalten zu können. Aus der Insolvenzverwaltung war vor einem Verkauf an die Metro gewarnt worden. Dann werde es zu Massenentlassungen kommen. Eine Zerschlagung von Karstadt sei unnötig und unsinnig.

Görgs Sprecher Thomas Schulz sagte zu derhandel.de, dass besonders in die Karstadt-Filialen in Bielefeld und Mainz investiert werden solle.

Metro hat viel Freude an Kaufhof


Der Metro-Chef zeigte sich mit dem eigenen Warenhausgeschäft, das langfristig ebenfalls verkauft werden soll, zufrieden. "Kaufhof macht uns so viel Freude, dass wir nicht unter Verkaufsdruck stehen." Die Sparte habe im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftskrise deutlich schwarze Zahlen geschrieben und Marktanteile gewonnen.

"Unsere Warenhäuser haben auch ohne Karstadt eine gute Zukunftsperspektive. Wir werden Kaufhof also nicht per Notverkauf verschleudern, sondern abwarten, bis wir einen angemessenen Preis erzielen können."

Die Karstadt-Welt in Bildern


Klicken Sie hier für eine Reportage über mehr als 50 Karstadt-Filialen bundesweit. Auch in Mainz und Bielefeld war die Redaktion von Der Handel vor Ort.

Eine Bildergalerie mit über 50 Karstadt-Filialen in der Bundesrepublik finden Sie hier.

dpa / ges

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