Unternehmen & Märkte

SPIELWARENHANDEL | 06.09.2012

Weniger Babys - Spielwarenhandel muss kämpfen

Das Rekordtief bei der Geburtenzahl lässt für die Zukunft nichts Gutes erahnen: Während der gesamte Spielwarenmarkt noch wächst, sinken die Umsätze mit Artikeln für Kleinkinder.

Foto-Lego

Mehr Spielzeug pro Kind - die Kleinen freuts, doch die Spielwarenbranche sorgt sich um die Zukunft.

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Der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) meldete für das Segment der Baby- und Kleinkinderbekleidung ein Minus von einem Prozent auf 2,95 Milliarden Euro für 2011. "Wir müssen kämpfen", sagte BTE-Hauptgeschäftsführer Jürgen Dax am Donnerstag, eine Woche vor Start der weltgrößten Messe für Kinderausstattung "Kind + Jugend" in Köln.

Beim Spielzeug für die Kleinsten fiel der Umsatz laut Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) um 3 Prozent auf 437 Millionen Euro. Im selben Zeitraum legte der Spielwaren-Gesamtmarkt über alle Altersklassen um über 5 Prozent auf rund 2,64 Milliarden Euro zu.

Schlusslicht in Europa


Grund für den Umsatzrückgang bei Produkten für Kleinkinder sind die sinkenden Geburtenzahlen. Mit rund 662.685 Geburten, was einem Minus von zwei Prozent gegenüber 2010 entspricht, wurde 2011 ein neuer historischer Tiefststand erreicht. Deutschland ist bei der Geburtenrate inzwischen Schlussslicht in Europa. Und der Trend wird Hochrechnungen zufolge weiter anhalten. "Die Branche wäre froh, wenn wir 2012 mit einem Umsatzpari rauskämen", sagte Dax.

In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der Textilgeschäfte und Kaufhäuser mit Baby- und Kinderbekleidung schon um 350 auf noch 2.150 gesunken. Es werde auch künftig weiter zu Unternehmensschließungen kommen. Die Preise sollen für den Verbraucher aber stabil bleiben, kündigte der BTE an.

Vielen Einzelhändlern werde das Leben durch Hersteller-Direktverkäufe und ein Vorpreschen mit vorzeitigen Preissenkungen in Onlineshops das Leben zusätzlich schwer gemacht.

216 Euro pro Kleinkind


Für Kinder unter drei Jahren gaben Eltern und Großeltern 2011 im Schnitt 216 Euro für Spielzeug aus. Trotz Umsatzrückgangs betonte Willy Fischel, BVS-Geschäfsführer: "Das Portemonnaie bleibt nach wie vor geöffnet. Es gab noch nie so viele Großeltern für so wenige Enkelkinder." Für das laufende Jahr wird ein Umsatzplus von einem Prozent auf 440 Millionen Euro angepeilt. Zu den Rennern gehörten Spielsachen mit eingebauten elektronischen Effekten und weiterhin auch hochwertige Plüschtiere.

Bei der viertägigen Fachmesse "Kind + Jugend" präsentieren rund 940 Aussteller aus 46 Ländern ab 13. September Kindermöbel, Sicherheitssitze, Kinderwagen, Bekleidung oder Spielwaren.

dpa/DH

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