Unternehmen & Märkte

DROGERIEMARKT | 18.10.2012

dm-Drogeriemarkt mit neuem Rekordjahr

Die Drogeriemarktkette dm hat nach der Pleite des Konkurrenten Schlecker einen Rekordumsatz erzielt. 2012 werde "sicher" die Umsatzschwelle von 7 Milliarden Euro geknackt.

dm-Filiale: Rekordumsatz für die Drogeriemarktkette. Foto: dm

dm-Filiale: Rekordumsatz für die Drogeriemarktkette. Foto: dm

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Das Geschäftsjahr 2011/2012 endete für dm-Drogeriemarkt offenbar mit einem spannenden Endspurt: Auf den besten Mai folgten auch für Juni, Juli, August und September Umsatz-Rekordwerte. "Wir freuen uns, wieder ein Rekordergebnis präsentieren zu dürfen", sagte dementsprechend Roman Melcher, als dm-Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Informationstechnologien, heute auf einer Pressekonferenz vor Journalisten in Frankfurt. "Der Umsatz überspringt damit die 5-Milliarden-Euro-Grenze in Deutschland deutlich."

Schon bevor Konkurrent Schlecker Insolvenz anmeldete, hatte dm-Drogeriemarkt dem einstigen Branchenprimus den Rang abgelaufen. Dass die Erlöse seit Mai noch einmal nach oben geschnellt sind, führt der dm-Manager jedoch nur teilweise auf die Pleite des Konkurrenten zurück.

"Das Drogeriesortiment war bei Schlecker nur ein Sortimentsteil, das Unternehmen hatte sich als Nahversorger positioniert", argumentiert Melcher. "Daher ist es schwierig zu sagen, wo der Kunde auf dem Land nun seine Drogerieartikel kauft: Ob er zu uns fährt und dafür einen längeren Weg in Kauf nimmt oder ob er den nächsten Supermarkt ansteuert."

Die Berichterstattung über Drogerien und die in diesem Zusammenhang positive Erwähnung von dm habe aber der Drogeriekette sicher einige neue Kunden beschert. "Aber auch ohne Schlecker sind wir in den vergangenen Jahren stetig gewachsen", stellte Melcher klar.

Bereinigtes Umsatzplus 8,8 Prozent


Auf das gesamte Geschäftsjahr gesehen, das am 30. September 2012 endete, wuchs der dm-Umsatz in Deutschland um 14 Prozent auf 5,112 Milliarden Euro; bereinigt, also auf bestehender Fläche, erreichte dm hierzulande ein Plus von 8,8 Prozent. Auch konzernweit legte dm mit 11,3 Prozent zweistellig zu: Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011/2012 in zwölf europäischen Ländern insgesamt 6,872 Milliarden Euro. Bezogen auf das Kalenderjahr 2012 werde dm sicher die 7-Milliarden-Euro-Umsatzgrenze überschreiten.

Zum Stichtag 30. September 2012 arbeiteten europaweit 43.930 Menschen in 2.699 dm-Märkten: "Davon waren knapp 3.000 Auszubildende, auf die wir traditionell stark setzen", so Melcher. "Sie tragen zur Verjüngung unserer Filialen bei und geben uns neue Impulse, wie der moderne Handel aussieht." Die Nachwuchsförderung zahle sich für das Unternehmen aus: Viele der ehemaligen Lehrlinge leiteten heute eine Filiale.

Die nunmehr 29.109 Mitarbeiter in den 1.345 deutschen Märkten sorgten zudem dafür, dass die Kunden gerne zu dm kommen: "Deshalb beteiligen wir sie wieder am Unternehmenserfolg", berichtete der Geschäftsführer. Die Sonderzahlung betrage 850 Euro für Vollzeitbeschäftigte und summiere sich auf rund 13 Millionen Euro.

Rund 800 Mitarbeiter des insolventen Konkurrenten Schlecker und dessen Tochter IhrPlatz habe dm übernommen. "Aber eigentlich interessiert uns diese Zahl nicht, denn wir sind ständig auf der Suche nach guten Mitarbeitern, egal, wo sie vorher gearbeitet haben", argumentierte Melcher. "Kundenfreundliche Mitarbeiter passen immer in unsere Unternehmenskultur."

Investitionen in Filialen


Insgesamt habe dm im zurückliegenden Geschäftsjahr in Deutschland rund 120 Millionen Euro investiert, mehr als 100 Millionen Euro davon in die Filialen. "Wir wollen unser Filialnetz zunehmend auch in Gebieten verdichten, in denen die Kunden noch keinen dm-Markt in ihrer Nähe haben", sagte Christoph Werner, als Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Marketing und Beschaffung, in Frankfurt. "Aber auch auf bestehender Fläche werden wir natürlich weiterhin investieren."

Von den Schleckerfilialen habe dm weniger als fünf übernommen: "Sie passen oft nicht in unser Standortkonzept und sind zu klein", argumentiert der Manager.

Der Drogeriemarktfilialist hat zudem ein neues Ladenbild in den dm-Märkten entwickelt: Einzelne Sortimentsbereiche sollen sich durch eine individuelle Gestaltung abheben und den Kunden so eine bessere Orientierung – auch durch verbesserte Regalstrukturen – bieten. "Wir wollen, dass die dm-Kunden sich in unseren Märkten wohlfühlen und gerne bei dm einkaufen. Gleichzeitig möchten wir die dm-Kompetenz in ausgewählten Bereichen hervorheben", sagte Werner.

Unter anderem sei beispielsweise die Fototheke erweitert worden und biete den dm-Kunden umfassendere und schnellere Foto-Services, wie den Sofortdruck von Grußkarten, Kalendern oder Fotobüchern.

Auch bei der dekorativen Kosmetik, bei der dm mit einem Marktanteil von mehr als 30 Prozent Marktführer ist, gibt es ein neues Ladenbaukonzept: "Wir lassen den Markenherstellern weitgehend freie Hand bei der Gestaltung ihrer Regale, damit der Kunde die Marke so wiedererleben kann, wie er sie aus der Werbung kennt", erläutert Werner.

"Zur Rose" neuer Apothekenpartner


Für das Geschäftsjahr 2012/2013 seien in Deutschland Investitionen von mehr als 160 Millionen Euro geplant. Einer der Bereiche, in dem das Investitionsvolumen ansteigen soll, sei die Informationstechnologie: "Hier haben wir Investitionen in Höhe von etwa 20 Millionen Euro veranschlagt", so der IT-Chef.

Die Investitionen fließen demnach zum großen Teil in ein Kiosksystem, das der Drogeriemarktbetreiber im Pharma-Sortiment in den entsprechenden Regalen integrieren will: "Damit können Kunden dann einfach Informationen etwa über Wirkstoffe von Medikamenten oder Gesundheitstipps abrufen und auch gleich den Bestellservice in Anspruch nehmen."

Aktuell bieten rund 850 dm-Märkte bundesweit den Bestell- und Abholservice für Medikamente an, die die Europa Apotheek Venlo in die Filiale liefert; vom 1. Januar 2013 an kooperiert dm in Deutschland dann mit der Schweizer Versandapotheke Zur Rose. Durch den Austausch des Apothekenpartners könne dm den Medikamentenservice in Deutschland vom 16. bis 31. Dezember 2012 nicht anbieten.

Sybille Wilhelm

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