Unternehmen & Märkte

TEXTILHANDEL | 03.11.2008

Wehmeyer bekommt einen indischen Besitzer

Der indische Textilunternehmer Rajive Ranjan hat die insolvente Modekette Wehmeyer übernommen. Mit ehrgeizigen Plänen - und neuer Gehaltsstruktur.

Foto: Sebastian Crescenti

Wehmeyer behält 23 Filialen

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Alle verbliebenen 23 Filialen des Textilfilialisten Wehmeyer sollen erhalten bleiben; von 2010 an sollen vor allem in Kleinstädten neue Filialen dazukommen, teilten Ranjan und Insolvenzverwalter Frank Kebekus am Montag in Düsseldorf mit. Rund 500 der ursprünglich mehr als 900 Arbeitsplätze seien gesichert.

Seit Beginn des Insolvenzverfahrens hatte die ehemalige Tochter von KarstadtQuelle (heute Arcandor) 16 Geschäfte vor allem in Großstädten geschlossen. Ob der Sitz des Unternehmens Aachen bleibe, sei noch offen, sagte Kebekus.

15 Millionen Euro für Modernisierung


Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ranjans Unternehmen Techno Lifestyle mit deutschem Sitz in Willich bei Düsseldorf kauft Stoffe ein und lassen sie in Asien zu Kleidung verarbeiten, etwa für Metro, Kaufhof oder WalMart. Eigene Fabriken besitze seine Firmengruppe nicht, erklärte der Investor. Die Techno Group ist unter anderem in Hongkong, China, Indien und Vietnam vertreten. Zum Umsatz der Gruppe machte Ranjan keine Angaben.

Wehmeyer werde den Anteil von Eigenmarken von 50 auf 60 Prozent der Ware ausbauen, denn hier sei die Gewinnmarge höher, sagte Geschäftsführer Serge Brugger. In den nächsten zwei Jahren will Ranjan bis zu 15 Millionen Euro investieren, um die Verkaufsflächen zu modernisieren.

Neue Gehaltsstruktur


Für die Beschäftigten werde eine neue Gehaltsstruktur geplant, die teilweise erfolgsabhängige Einkommen vorsehe, ergänzte Brugger: "Eine erfolgsorientierte Kultur ist wesentlicher Bestandteil der künftigen Strategie."

Die Aachener Wehmeyer GmbH & Co. KG hatte Anfang Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Als Gründe wurden das schwierige Marktumfeld und das zurückhaltende Konsumverhalten in Deutschland genannt.

Im vergangenen Jahr hatte Wehmeyer zwölf Millionen Euro operativen Verlust verbuchen müssen. Zum 1. November wurde auch bei der ebenfalls früher zu KarstadtQuelle zählenden Textilkette SinnLeffers das Insolvenz-Verfahren eröffnet. SinnLeffers darf sich demnach in Eigenregie sanieren.

dpa

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