Unternehmen & Märkte

WARENHÄUSER | 11.05.2012

"Karstadt muss regionaler werden"

Johann Rösch, Gewerkschaftssekretär bei Verdi und Aufsichtsratsmitglied bei Karstadt, spricht im Interview über die Zukunft des Warenhausbetreibers und fordert sichere Investitionen auf der Fläche.

Karstadt: Verdi-Funktionär fordert Investitionen. Foto: M. Crescenti

Karstadt: Verdi-Funktionär fordert Investitionen

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In rund drei Monaten läuft der Sanierungstarif von Karstadt aus. Was wird dann passieren?
Am 1. September beginnt die tarifliche Normalität bei Karstadt. Es greifen die Flächentarife der Landesbezirke. Dass dies zu Mehrkosten führt (50 Millionen Euro pro Jahr, Anm. d. Red.), konnte geplant werden.

Kann sich Karstadt das leisten?
Ich sehe die Ankündigung als Problem, bis zum Jahr 2015 rund 400 Millionen Euro in die Modernisierung der Filialen zu stecken...

... weil sich diese Summe einzig aus dem operativen Gewinn speisen soll?
Genau. Ich habe große Zweifel, dass die nötigen Investitionen für alle Häuser nur aus dem Cashflow zu stemmen sind.

Befürchten Sie etwa, dass mit den bisherigen Verschönerungen von 22 Filialen nur die Zeit bis September überbrückt werden soll - weil dann die eigentliche Restrukturierung des Unternehmens beginnt?
Herr Berggruen (Karstadt-Besitzer, Anm. d. Red.) hat stets versichert, dass er sich langfristig engagieren will und dass sich die Beschäftigten keine Sorgen um ihre Jobs machen müssen. Sollten diese Zusagen nicht eingehalten werden, dann werden die Belegschaft und Verdi sich wehren.

Wie schätzen Sie die Arbeit des Karstadt-Geschäftsführers Andrew Jennings ein?
Es geht nicht um die Bewertung von Personen. Entscheidend wird sein, in welchem Umfang es dem Management gelingt, mit einem attraktiven Sortimentsmix die bisherigen Kunden weiterhin zu überzeugen und neue Kunden zu gewinnen. Dabei müssen die regionalen Anforderungen stärker berücksichtigt werden. Hier gibt es insgesamt noch Handlungsbedarf.

Woran machen Sie das fest?
Über die Medien anzukündigen, dass bis 2013 der Bereich Multimedia geschlossen wird, ohne vorher zu wissen, welche attraktiven Sortimente als Frequenzbringer auf die Fläche kommen, ist nicht gerade genial. Die Kommunikation mit den Beschäftigten und ihren Betriebsräten war es noch weniger.

Interview: Steffen Gerth

Dieses Interview erschien in der Mai-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel. Zum kostenfreien Probeexemplar geht es hier.

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